Die Corona-Lage in Tschechien spitzt sich weiter zu. Wer mehr als 48 Stunden im Nachbarland verbringt, muss mit einem Pflicht-Test und Quarantäne rechnen. Speziell im Bezirk Eger (Cheb) sind die Fallzahlen weiterhin alarmierend. Hier ist die 7-Tage-Inzidenz mit 175 Infizierten pro 100.000 Einwohner mehr als dreimal so hoch wie in München. Die Region Eger wird von der tschechischen Regierung annähernd so gefährlich eingestuft wie der Hotspot Prag. Obwohl das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen nach Tschechien warnt und das Land mit wenigen Ausnahmen als Risikogebiet gilt, dürfen Deutsche weiterhin ins Nachbarland fahren - zum Beispiel zum Tanken oder Zigarettenkaufen. "Wer nicht länger als 48 Stunden in Tschechien bleibt und dort keine Veranstaltungen besucht, hat bei der Rückreise nichts zu befürchten", erklären die Mitarbeiter der Coronavirus-Hotline der bayerischen Staatsregierung in München. Kontrollen gebe es keine, weil die korrekte Aufenthaltsdauer nur sehr schwer überprüft werden könne.

Problematischer sind die Auflagen für tschechische Arbeitskräfte, die nach Deutschland zur Arbeit pendeln. An einem freien Wochenende oder in Urlaubsphasen wären diese Mitarbeiter über 48 Stunden in der Heimat und müssten sich folglich nach der Wiedereinreise nach Deutschland in Quarantäne begeben und testen lassen.

Laut bayerischer Einreisequarantäne-Verordnung gilt dies nicht für Lkw- und Busfahrer, Zugführer oder Piloten. Wer aus dringenden beruflichen oder medizinischen Gründen in das Bundesgebiet einreist, sei von der häuslichen Quarantäne befreit. Näher definiert ist das aber nicht: Wer diese dringende Notwendigkeit festlegt, bleibt unklar. In der Vergangenheit durften die Unternehmen entscheiden, welche Mitarbeiter unabdingbar sind. Dieser Passus wurde in der aktuellen Verordnung jedoch gestrichen.