Trockenheit Die Zukunft hat begonnen

Symbolfoto: dpa

KOMMENTAR. Dieser Ausspruch eines Landwirts ist bezeichnend für die Situation: Befragt nach den Auswirkungen der lang anhaltenden Trockenheit auf das Wachstum von Getreide, Mais und Kartoffeln sagte der Funktionär des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) vor wenigen Wochen, er sei doch sehr überrascht darüber, dass sich der Klimawandel so schnell und mit solch dramatischen Folgen bemerkbar mache.

Der Klimawandel ist nicht mehr zu ignorieren. Um Wochen früher als im nicht minder trockenen vergangenen Jahr, so die Auskunft der Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes, versiegen Bäche und Zuläufe kleiner Flüsse. In Teilen Oberfrankens mussten bereits Bachmuschelpopulationen gesammelt und in noch Wasser führende Bäche versetzt werden. Auf manchen Flüssen ist das Fahren mit Kanus verboten, weil der Wasserstand zu niedrig und damit die Gefahr, dass mit Paddeln der Grund aufgekratzt und Kleinstlebewesen und Fischeier zerstört werden, zu groß ist.

Besonders dramatisch steht es um das Grundwasservorkommen. Seit dem ebenfalls extrem trocknen Jahr 2004 haben die Reservoire bis heute nicht mehr den Stand von zuvor erreicht. Fachleute bezeichnen die Situation als defizitär. Soll heißen: Auch die Regenfälle können das Manko nicht mehr ausgleichen.

Glaubt man den Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie, wird sich an dieser Situation auch in Zukunft nichts ändern. Im Gegenteil: Wir müssten auch in den nächsten zehn Jahren mit Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius rechnen, lauten ihre Forschungsergebnisse.

Wer angesichts dieser Prognosen noch immer denkt, Ressourcen wie (Trink-) Wasser verprassen zu können, verhält sich verantwortungslos. Der Klimawandel hat hat uns schon heute im Griff. Handeln wir entsprechend!

gunter.becker@kurier.de

 

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