Thema: Faust-Festspiele Warum immer leere Stühle zählen

Zum Artikel „Die Kunst des Kürzens“, Kurier vom 3. August.

Liebe Pegnitzer, ich verbringe mittlerweile mit meiner kleinen Tochter den dritten Sommer in Folge in Pegnitz und mir gefällt es hier ausgesprochen gut. Ich komme aus Berlin, arbeite als Schauspielerin bei den Faust-Festspielen oben auf dem Schlossberg und genieße die kleinstädtische Idylle sowie die zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten in die Umgebung. Aber gerade in dieser Saison bin ich zugegebenermaßen doch sehr verwundert.

Des Öfteren werde ich angesprochen, wie die Resonanz auf dem Schlossberg sei. „Die Stücke kommen gut an“, antworte ich. Das scheint nicht zu interessieren: „Ich meine, wie viele Leute kommen in die Vorstellungen?“

Kürzlich gab es in der Zeitung fünf Statements zum bevorstehenden Weinfest. Positive Stimmen in freudiger Erwartung. In der Berichterstattung der Premiere von „Leonce und Lena“ der Festspiele wurde zwei kritischen Stimmen Gehör geschenkt. Ganz ehrlich: Mich wundert das!

Wer in der Vorstellung war, konnte 300 Zuschauer erleben, deren Begeisterung am Ende in Jubel und minutenlangen Standing Ovations ihren Ausdruck fand. Wie kann es da sein, dass mit keinem Wort die Atmosphäre und Begeisterung erwähnt werden?

Das macht mich traurig, weil es dem Theater und der Mehrheit der Besucher nicht gerecht wird. Wir wissen doch alle, egal wie etabliert, wie beliebt, wie groß eine Veranstaltung auch sein mag, es gibt immer kritische Stimmen. Und das ist gut so. Sollte nicht aber vielleicht in einer Berichterstattung die Gesamtstimmung im Vordergrund stehen? Warum hat es Priorität, leere Stühle zu zählen?

Es ist doch großartig für eine Stadt, eigene Festspiele von diesem Format zu haben. Liebe Pegnitzer, Sie sollten es über die Stadtgrenzen hinaus posaunen! Davon profitieren dann alle. Ich finde das Engagement der Verantwortlichen mehr als lobenswert. Es ist schon eine große Sache, so eine Produktion auf die Beine zu stellen.

Ich würde mir wünschen, dass Sie sich selbst Ihre Meinung bilden, und ich bin mir sicher: Sie werden sich gut unterhalten fühlen, einen kurzweiligen Abend verleben und Spaß haben. Das Leben ist zu kurz, um leere Stühle zu zählen!
 

 

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