Südafrikanischer Künstler Schönes macht Mut und Hoffnung

Beim Sommerfest im Iwalewahaus viel gefragter Gast: der weltweit tätige südafrikanische Künstler Mbongeni Buthelezi. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Mbongeni Buthelezi macht aus Plastik große Kunst. Der südafrikanische Künstler verarbeitet das, was andere als wertlos erachten und wegwerfen. Und daraus entstehen faszinierende Wandbilder und Porträts.

Mittels selbst entwickelter, neuer Techniken schafft der in Johannesburg lebende Buthelezi aus zerschnittenen und geschmolzenen Plastikteilen ausdrucksstarke Bilder. Die farbigen, strukturierten Oberflächen unterscheiden sich von Weitem kaum von Pinselstrichen in Ölfarben. Erst bei genauerem Hinsehen lässt sich das verwendete Material für diese Art von „Gemälde“ erkennen, zum Beispiel anhand von vereinzelten Druckbuchstaben und Warencodes.

Buthelezi, geboren 1965, begann in den Neunzigerjahren mit seinen Plastik-Experimenten, wie er im Gespräch mit dem Kurier erzählt. Als Gast im Iwalewahaus der Universität Bayreuth erhielt er die Gelegenheit, einen kleinen Teil seiner Arbeiten, sechs Porträts, auszustellen. „Seine Collagen aus Plastikmaterial haben einen sozialen Anspruch und verwerten Abfall in der Absicht, daraus Schönes zu machen“, sagt der pensionierte Umweltchemie-Professor Hartmut Frank, Mitglied im Förderkreis Iwalewahaus. Bei einer Reise nach Afrika zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 lernte er den Südafrikaner kennen. „Es ist eine neue Art von Kunst, ein Gemälde ohne Farben“, meint Frank, der seit der ersten Begegnung von den Werken des Künstlers begeistert ist. Nach dem Kunststudium fing Buthelezi an, sich mit Plastikmaterialien zu beschäftigen. Der Grund: „Mir fehlten die Farben, die Materialien, um künstlerisch zu arbeiten. Also musste ich eine preiswerte Alternative finden. Was für andere nutzlos ist, war für mich ein Weg nach draußen.“ Wenn er an einem Werk arbeitet, benutzt er immer beide Hände: In der einen hält er die Heißluftpistole, in der anderen die Farbfäden, aus denen seine Kunstwerke entstehen. Besonders spannend findet er die Gesichter von Menschen, „weil sie das ausdrücken, was wir sind“ und sich darin unsere Gefühle spiegeln. „Von Gesichtern gehen Botschaften aus und manchmal tragen wir Masken.“

Wachsende Umweltverschmutzung, die Zerstörung der Natur, die Verarmung und Perspektivlosigkeit in den Townships Südafrikas sind Bereiche, aus denen er seine Themen und Motive schöpft. Durch seine eigenwillige, farbenfrohe Art, mit Plastik als Werkstoff umzugehen, will er zugleich Gegenakzente setzen und dazu ermutigen, die Welt zum Besseren zu verändern. „Ich versuche zu reflektieren, was in unserer Gesellschaft passiert.“

Der Besuch in Bayreuth ist nur der Auftakt einer langfristig angedachten Zusammenarbeit mit dem Künstler. Im Frühjahr 2020 wird er erneut hierher kommen, um sich mit Vertretern der Mikroplastikforschung und der Afrikastudien auszutauschen und eine mehrwöchige Künstlerresidenz in Bayreuth vorzubereiten.

Seine Arbeiten waren bereits in Südafrika, den USA, Deutschland, England, Spanien und weiteren Ländern ausgestellt, zudem ist er in namhaften internationalen Sammlungen vertreten.

 

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