Studenten als Gründer Sportvermittlung gewinnt 5-Euro-Business knapp

BAYREUTH. Vier Studenten-Teams mit pfiffigen Geschäftsideen und am Ende ein Ausgang, wie er knapper kaum hätte sein können. Hauchdünn setzte sich beim Gründerwettbewerb 5-Euro-Business an der Uni das Team Spotato mit seiner Vermittlung von Sportaktivitäten gegen die Konkurrenz von Mehrbox durch, die an der Einführung eines Pfandsystems für Mehrwegbehälter in der Gastronomie arbeitet.

Fast ein ganzes Semester haben die Teilnehmer am 5-Euro-Business jede Menge Zeit geopfert. "Neben dem Studium eine Firma zu gründen und ans Laufen zu bekommen, ist sehr aufwendig", lobte Steuerrechtsprofessor und Jury-Mitglied Sebastian Schanz die jungen Gründer - und das Projekt an sich. Denn hier könnten sich Studenten im behüteten Kreis der Uni ausprobieren und herausfinden, ob sie das Gründer-Gen haben: "Denn das kann man nicht erlernen, alles andere schon."

Kalender für Erstsemester

Die Teilnehmer der vier Teams scheinen es jedenfalls zu haben, denn alle wollen ihre Geschäftsidee auch nach Abschluss des 5-Euro-Business weiterführen. Nicht zu den Preisträgern gehörten am Ende die Teams von Cosi und Drivee. Cosi ist ein Studentenkalender für die Uni Bayreuth, der von den BWL-Studenten Loraine Elflein, Sophie Meining und Fabian Römpke aufgelegt wird, sich insbesondere an Erstsemester richtet und ihnen wertvolle Tipps gibt.

Führerschein-App

Hinter Drivee stehen Wahee Akhtar (Computer Science) und Franz-Jakob Morfeld (BWL), die mit einer App alle Probleme rund um den Führerschein lösen wollen. Ein sehr viel versprechender Ansatz, der allerdings seine Siegchancen vor allem am Finaltag einbüßte. Denn bewertet wurden von der vierköpfigen Jury nicht nur Geschäftsbericht, Geschäftsidee und Geschäftsergebnis, sondern auch der Stand, mit dem sich die Teams präsentierten, wie sie ein ausführliches Interview durch die Jury meisterten und wie sie sich und ihr Unternehmen schließlich auf der Bühne im Studentenwerk Oberfranken präsentierten.

Fünf Punkte Vorsprung

2400 Punkte hätte die Jury pro Team insgesamt vergeben können. Mehrbox mit Theresa Funk, Georg Gutheil, Markus Porsch und Lucas Uhl kam auf 1760 Punkte. Ganze fünf Zähler mehr auf ihrem Konto verbuchte Spotato mit Elke Weidenfeller, Lukas Braun und Max Schneevoigt.

Bei Mehrbox liegt der Fokus auf dem Thema Nachhaltigkeit. Es geht um ein Pfandsystem für Mehrwegverpackungen in der Gastronomie. Dabei besteht die Mehrbox aus Bio-Materialien, soll mindestens 100-fach verwendet werden können und vollständig recycelbar sein. Das Team hat bereits intensive Kontakte in die örtliche Gastronomie geknüpft und Teilnehmer für eine Testphase gefunden. 600 Euro gab es für den zweiten Platz, hinzu kamen 150 Euro für die beste Pressearbeit.

800 Euro für den Sieg

Schon einen Schritt weiter ist das Team von Spotato, das bereits erste, wenn auch bescheidene Umsätze nachweisen kann. Über seine Online-Plattform will das Start-up hauptsächlich Schnupperkurse mit Event-Charakter, die von lokalen Vereinen angeboten werden, an Studenten vermitteln. Damit soll unter anderem auch der Kontakt zwischen Campus und der Stadt gefördert werden. Spotato setzt sich übrigens aus Sport und dem englischen Wort für Kartoffel, Potato, zusammen. Für ihr Konzept bekamen die BWLer 800 Euro.

Alle Teilnehmer betonten, wie viel Spaß ihnen die Gründung trotz des Aufwands gemacht habe. Alexander Hennemann vom Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie als Hauptsponsor betonte, dass sich die Teilnahme an solchen Projekten für die Studenten auf jeden Fall lohne: "In der heutigen Arbeitswelt sind neben den sogenannten Hard-Skills, also dem reinen Wissen, auch immer mehr Soft-Skills wichtig - also Teamfähigkeit, wie man ein Projekt vorantreibt oder wie man sich vor einer großen Gruppe präsentiert. Das lernt man an der Uni nicht unbedingt, aber beim 5-Euro-Business können Sie es üben."


Das 5-Euro-Business

Das 5-Euro-Business ist ein Projekt des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw), das in Bayreuth mit der Uni und dem Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrum für Fragen der Mittelständischen Wirtschaft (BFM) zusammenarbeitet. Hierbei können sich Studierende aller Fachrichtungen in einem geschützten Rahmen als Unternehmer ausprobieren. Das symbolische Startkapital von fünf Euro gibt dem Projekt, das in Bayreuth bereits zum 15. Mal stattfand, seinen Namen.

 

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