Keine Besuche in den Häusern
Doch auf all das müssen die katholischen Gläubigen diesmal in dem Felsenstädtchen verzichten. „Wir machen keine Hausbesuche, denn die jüngeren Kinder sind ungeimpft“, erklärt Thiem-Förster. Als Ersatz würde jedem Gemeindeglied ein Aufkleber mit Segensspruch für die Haustür samt Spendentüte und Neujahrsgruß von Pfarrer Dominik Urban in den Briefkasten geworfen.
Die Besuche „von Haus zu Haus“ seien dem Vorbereitungsteam „zu heikel“ gewesen. Denn die Erfahrung habe gezeigt, dass die Sternsinger häufig in Häuser eingeladen worden seien.
Spendendosen fürKindermissionswerk
Statt eines Aufklebers könne an den Haustüren wie seit jeher die Aufschrift per Kreide angebracht werden. Üblicherweise waren in den vergangenen Jahren sechs bis sieben Sternsingergruppen in Pottenstein unterwegs gewesen. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie kann auch heuer die Aktion „Dreikönigssingen“ in den Pfarrgemeinden Königstein und Edelsfeld nicht wie gewohnt durchgeführt werden. Um dennoch Spenden für das Kindermissionswerk zu sammeln, sind in der Zeit bis zum 9. Januar Spendendosen in den Geschäften beider Pfarreien, in Arztpraxen und beim Friseur aufgestellt. Auch bei den Gottesdiensten werden Spendendosen aufgestellt, Weihrauch-Kohle-Kreide-Päckchen verkauft und Aufkleber für die Haustüren bereitgestellt.
„Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“: So lautet das Motto Sternsinger-Aktion in diesem Januar. Im Mittelpunkt dieser jetzigen Sternsinger-Aktion steht diesmal die Gesundheitsfördung von Kindern in Afrika.
Weltweit hat die Gesundheitsversorgung von Kindern schon Fortschritte gemacht: Während im Jahr 1990 noch 12,7 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag gestorben sind, konnte die Kindersterblichkeit bis 2015 halbiert werden. Der Anteil untergewichtiger Kinder ging im gleichen Zeitraum von 25 auf 14 Prozent zurück.
In Afrika südlich der Sahara schlafen mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Kinder unter einem imprägnierten Moskitonetz. Dadurch gingen die Malaria-Todesfälle stark zurück. Doch trotz dieser ermutigenden Entwicklungen ist die Kindergesundheit vor allem in den Ländern des globalen Südens stark gefährdet. Das liegt an schwachen Gesundheitssystemen und fehlender sozialer Sicherung.
Bis heute hat die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung. Vor allem in Afrika sterben täglich Babys und Kleinkinder an Mangelernährung, Durchfall, Lungenentzündung, Malaria und anderen Krankheiten, die man vermeiden oder behandeln könnte.
Die Folgen des Klimawandels und der Corona-Pandemie gefährden die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen erheblich – und sie bedrohen die Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte.
Gemäß der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen hat jedes Kind ein Recht „auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit sowie auf Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit“. Die Partner der Sternsinger begleiten Frauen während der Schwangerschaft und unterstützen sie dabei, ihren Kindern einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen. Sie impfen Babys, behandeln Kinder und tragen mit Ernährungshilfen dazu bei, sie zu stärken und weniger krankheitsanfällig zu machen.
In schulischen Gesundheitsclubs lernen Kinder, dass schon einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen dazu beitragen, ihre Gesundheit zu schützen. Ihr Wissen tragen die Mädchen und Jungen dann in ihre Familien und Dorfgemeinschaften. Die Kinder erfahren, dass sie ein Recht auf Gesundheit haben.
Mit Hilfe der Sternsinger in katholischen Pfarreien wurden seit über 60 Jahren in rund 100 Ländern Projekte unterstützt. In dieser Zeit wurden für Benefizvorhaben rund 1,23 Milliarden Euro gesammelt und etwa 76.000 Projekte unterstützt.