Eine Stunde später wird die Stadt den Bayreuther Flüchtlingsverein "Bunt statt braun" für sein Engagement mit dem Sozialpreis auszeichnen. Bunt statt braun-Vorsitzende Christel Stein hat angekündigt, ihre Dankesrede zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Ausländerpolitik der Stadt zu nutzen. Das Ausländeramt der Stadt war in der Vergangenheit mehrfach für seine restriktive Haltung kritisiert worden.
Hintergrund:
Irgendwann hat es Prof. Bernd Müller-Jacquier gereicht. Immer wieder hatte der damalige Professor für Interkulturelle Germanistik an der Universität Bayreuth Ärger mit dem Ausländeramt der Stadt. Studenten und Gastwissenschaftler sahen sich vom Amt schikaniert, in die Rolle des "dummen Ausländers" gedrängt. Im Jahr 2013 ging es Müller-Jacquier wissenschaftlich an, verglich die Arbeitsweisen des Bayreuther Ausländeramtes mit denen aus 13 anderen deutschen Universitätsstädten. Die Ergebnisse der Müller-Jacquier-Studie:
1. Ausländer fühlen sich kriminalisiert, weil ihnen das Amt Lügen oder Verschleierungen unterstelle.
2. Mitarbeiter des Bayreuther Amtes erklärten laut der Studie andere Behörden für nicht kompetent.
3. Die Art, wie die Mitarbeiter des Amtes kommunizieren, empfanden Ausländer als „Macht ausübend, latent aggressiv-schikanös“.
4. Sie fühlen sich über ihre Rechte und über Sachlagen nicht oder nicht ausreichend informiert.
Seitdem diese Studie vorliegt, ist in Bayreuth viel davon die Rede, eine neue Willkommenskultur zu etablieren. Zuletzt hatte die Stadt von sich aus die Initiative ergriffen, sie wird nun Standort einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber an der Herzogmühle.
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