Blaue und gelbe Stiefmütterchen
Blaue und gelbe Stiefmütterchen mussten auch am Grab von Hildegard Haupt dran glauben. „Wir haben auch Spuren in unserem Grab“, ist sie sich mit ihrem Ehemann sicher. Als ihre eigene Schwester am Friedhofsparkplatz von den Rehen hörte, verzichtete sie gleich ganz darauf, die mitgebrachte Sommerbepflanzung im Wert von 38 Euro aus dem Auto auszuladen. „Das ist einfach zu teuer“, sagt Hildegard Haupt. Von einer Reh-Plage am Friedhof hat der Pegnitzer Stadtjäger und Revier-Mitinhaber Hans-Jürgen Groß bislang noch nichts gehört. Für ihn gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ein Loch im Zaun oder offene Türen. Für den erfahrenen Waidmann ist nur eines klar: „Jagen ist auf dem Friedhof verboten.“ Denn das Geballere wäre eine Störung der Totenruhe. „Bis jetzt haben wir Glück gehabt“, so der Gärtner Willi Vizethum (Blumen Hoffmann). Bisher blieben die von ihm betreuten Gräber verschont. Einer seiner Mitbewerber beim Friedhofsgärtnern musste dagegen schon nachpflanzen — auf eigene Kosten.