Der Prebitzer Bürgermeister Hans Freiberger hatte es gut gemeint: Als er erfahren hatte, dass die provisorischen Absperrungen auf der Bahnbrücke von Neu-Voita in Richtung Höflas und Menzlas beschädigt sind, hat er den Übergang, der meist nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird, sperren lassen.

Bei einem Ortstermin des Gemeinderates am Montagabend hat er erfahren, dass es offenbar Personen gibt, die an den Absperrungen vorbeiklettern, um auf die andere Seite zu gelangen. Solche Aktionen (wie auch das Überqueren der Gleise) sind lebensgefährlich. Deshalb soll die Brücke so schnell wie möglich wieder geöffnet werden. Zum Ortstermin waren trotz des strömenden Regens auch zahlreiche Anwohner (aus Oberfranken als auch der Oberpfalz) erschienen. Sie machten den Räten deutlich, wie wichtig der Übergang über die Bahngleise ist. Freiberger erläuterte seine Beweggründe für die Sperrung der Brücke.

Der Vorbacher Bürgermeister Werner Roder (der im Vorfeld die Vorgehensweise der Gemeinde Prebitz kritisiert hatte) sagte beim Ortstermin den Bürgern, dass es das Ziel der beiden Gemeindechefs sei, eine möglichst gefahrlose Überquerung zu ermöglichen. Im Gemeindezentrum in Bieberswöhr erläuterte er den Gemeinderäten ausführlich, wie sich die Situation für ihn darstellt. An erster Stelle stehe für ihn, so Roder, dass die Brücke so bald wie möglich wieder geöffnet werden kann. Die Sicherheit ist für ihn wichtig, die stehe an erster Stelle. „Wir müssen nach einer vernünftigen Lösung suchen. Dass ich anderer Meinung war als mein Amtskollege Freiberger, ist dabei nachrangig. Ich will keinen Streit mit den Prebitzern.“

Schon auf der Brücke hatte Roder vorgeschlagen, dass der Prebitzer Bauhof mit Absperrgittern einen provisorischen Übergang schaffen sollte. Der sollte so eng sein, dass er nur von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden kann. Autofahrer dürfen hier schon lange nicht mehr fahren. Mit etwa tausend Euro sei solch ein Provisorium wohl machbar. „Auch wenn der Zustand der Brücke kritisch ist: Für Fußgänger besteht keine Gefahr“, so Roder. Denn wenn das so wäre, müsste die Bahn die Brücke abreißen oder die Strecke sperren lassen. Helmut Pezolt (Prebitzer Liste) schlug angesichts der gefährlichen Situation rund um die Bahngleise vor, die Brücke noch vor dem 1. Mai wieder freizugeben.

„So schnell geht das leider nicht“, entgegnete Freiberger in der Sitzung. Der Bürgermeister muss auch das Problem der Haftung (falls etwas passieren sollte) mit berücksichtigen. Egal, wie der Übergang provisorisch gesichert wird, „es bleibt ein Restrisiko“, so Freiberger. Man einigte sich darauf, dass die Absicherung aus Holz verstärkt werden soll, um Unfälle zu vermeiden. Die Bürgermeister Freiberger und Roder warten nun mit der Bevölkerung auf die Ergebnisse der Brückenprüfung, die von der Bahn veranlasst worden ist. Roder sagte dazu: „Es wird zu klären sein, ob die Brücke wieder so hergestellt werden kann, dass die Benutzung keine Gefahr darstellt.“

Sollte das nicht möglich sein, schlug der Vorbacher Bürgermeister vor: „Die Sachverständigen sollten prüfen, wie stabil die Widerlager sind.“ Wenn diese Teile tragfähig sind, könnte er sich vorstellen, dass eine neue Brücke aus Metall errichtet wird. Die könnte so gestaltet werden, dass bei einer Elektrifizierung der Strecke die geplanten Stromleitungen Platz finden würden. „Ohne meinen Gemeinderäten vorzugreifen, sage ich, dass Vorbach wohl die Hälfte der Kosten übernehmen würde.“


INFO: Um die Thematik Bahnbrücke zu erörtern, schlug Roder eine gemeinsame Sitzung der Gremien aus Vorbach und Prebitz vor. Diese Anregung wurde wohlwollend aufgenommen.