"Wir haben keine Einweg-Helfer"
„Wir haben keine Einweg-Helfer“, erklärt er. Die Gesundheit der Helfer müsse erhalten bleiben. „Wir wollen verhindern, dass die Kollegen nach traumatischen Ereignissen weitere Einsätze vermeiden“, sagt er. Das ist alles schon vorgekommen: THWler, die bestimmte Ecken nicht mehr anfahren können, weil sie den Ort mit etwas Schrecklichem verbinden. Oder Feuerwehrleute, die eine Straße umfahren, weil in einem Haus dort jemand verbrannte. „Jeder verarbeitet die Einsätze anders“, sagt Pöhl. Er erzählt von einem Einsatz, ein Bauarbeiter war verschüttet worden. „Es war für einen Kollegen kein Problem, mit der Leiche umzugehen. Als aber die Nichte des Toten am Einsatzort erschien und weinte und fragte – das hat den Kollegen nervlich fertiggemacht.“ Es ist ein junges Gewerbe, in dem Pöhnl arbeitet. Früher hieß es: "Männer weinen nicht." Oder: "Wer das nicht aushält, ist fehl am Platz." Diese Einstellung hat sich geändert.