Schleichverkehr Lastwagen verstopfen Ortsstraße von Kremitz

Nichts geht mehr in der Kremitzer Straße in Himmelkron: Das Bild entstand im Juli 2019. Foto: Bruno Schubert

HIMMELKRON. Wenn schwere 40-Tonner auf eine schmale Ortsverbindungsstraße treffen, dann gibt es Probleme. So geschieht es mehrmals in der Woche im Dorf Kremitz (Gemeinde Himmelkron). Der Ort liegt in der Nähe der viel befahrenen Autobahn 9, auf der gerade die Lanzendorfer Brücke saniert wird.

Bruno Schubert wohnt in der Kremitzer Straße an eben einer dieser Engstellen. Die fünf Meter breite Straße wird auf der einen Seite durch Häuser, parkende Autos und einen Hang begrenzt, auf der anderen Seite steht eine Hecke. Mehrmals in der Woche komme es zu kritischen Situationen – nichts geht mehr.

Besonders schlimm werde es bei Unfällen oder Staus auf der Autobahn, erzählt der 74-jährige Pensionär. Dann nutzen viele Lastwagenfahrer die Strecke, um schnell zurück auf die Autobahn zu kommen – obwohl die Tonnagebegrenzung für die Straße laut Verkehrsschildern bei zwölf Tonnen liegt. „Das interessiert niemanden“, bedauert der Anwohner.

Durch die Bauarbeiten auf der Brücke hat sich die Situation, die nunmehr schon mehrere Jahre von Schubert beklagt wird, noch verschärft. Er vermutet, dass sich vor allem ausländische Lastwagenfahrer durch eine falsche Navi-Einstellung auf die kleine Straße locken lassen oder sich bei der Suche nach einer Tankstelle oder einem nächtlichen Schlafplatz verirren.

Scheinwerfer leuchten ins Schlafzimmer

Schubert schätzt, dass es mindestens dreimal pro Woche zu kritischen Situationen kommt – wenn ein 40-Tonner durchfährt, ist die Straße dicht. Normalerweise kommen zwei Autos knapp aneinander vorbei. Auch nachts kommt es zu solchen Engpässen, klagt Schubert. Dann leuchten die Scheinwerfer auf den Führerhäusern der Lastwagen direkt ins Schlafzimmer.

Zuletzt hatte Schubert das Problem auf der Bürgerversammlung der Gemeinde Himmelkron im Herbst 2015 angesprochen, der Gemeinderat wollte sich dessen annehmen. Doch geschehen ist nichts.

Auch ein weiterer Anwohner der Kremitzer Straße, Klaus Seidel, kennt die Schwierigkeiten. „Die Probleme treten immer dann auf, wenn die Autobahn dicht ist. Dann kommen die Lastwagen und Autos“, berichtet er. Mindestens drei bis vier Mal pro Woche sei das der Fall.

„Diese Straßenverkehrsverhältnisse sind mir bestens bekannt“, sagt Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU). Er wohnt auch in der Kremitzer Straße, aber an einer Stelle, an der es nicht so eng zugeht. Schneider spricht von einem „gewissen Ausweichverkehr“ bei Staus auf der Autobahn, die Fahrer würden den kürzesten Weg wählen, um wieder zurückzukommen. Er hofft auf ein Ende der Bauarbeiten an der Lanzendorfer Autobahnbrücke bis Ende November 2019, wie von der Autobahndirektion Nordbayern, Dienststelle Bayreuth, zugesagt.

Entspannung ab Dezember?

Deren Leiter Thomas Pfeifer erläutert, dass sich die Sanierung im Zeitplan befindet und bis Ende November abgeschlossen werden kann. Schwierig sei die Situation auf der Autobahn vor allem am Donnerstag und Freitag Richtung Berlin, wenn die Berufspendler heimfahren, und bei Unfällen. Pfeifer: „Dann fahren die Leute runter und über Schleichwege.“ Er hofft, dass sich die Lage ab Dezember entspannen wird.

 

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