Renovierung Frischer Glanz für die Leupser Kapelle

Rosi Thiem
Kapellenpflegerin Gertrud Spieler ist zufrieden mit den ehrenamtlichen Helfern, den ausführenden Firmen, den Zuschussgebern und den sichtbar guten Ergebnissen. Foto: rthi/Rosi Thiem

Zuerst nur die Risse, dann kamen die Elektroarbeiten und die Figuren hinzu. Die Sankt Joseph-Kapelle in Leups wurde umfassend und nachhaltig renoviert.

Frisch und lichtdurchflutet lädt die Sankt Joseph-Kapelle in Leups ein. Kapellenpflegerin Gertrud Spieler ist erleichtert: „Ja, wir haben es geschafft. Jetzt sind sogar wieder Taufen in unserer neu renovierten Dorfkapelle.“

Dabei sah es vor Wochen hier noch ganz anders aus. Massive und tiefe Risse, die sich im Innenraum der 1789 errichteten Kapelle zeigten, veranlassten im Frühjahr die Verantwortlichen, sich zusammen mit Pfarrer Josef Hell mit einer dringend nötigen Renovierung auseinander zu setzten.

Das Bauamt des Erzbistum Bambergs begutachtete das historische Kleinod und begrüßte die Renovierung. Dabei stellte sich heraus, dass eine Auffrischung der Heiligenfiguren und des Altares ebenso erforderlich waren, wie auch wichtige Elektroarbeiten. „Bei einem Elektrocheck stellte sich heraus, dass die Leitungen und Schalter nicht mehr den heutigen technischen Vorschriften entsprachen.

Und schon waren die Baukosten viel höher, als ursprünglich vorgesehen“, erzählt die Leupserin. „Neben dem Erzbistum schalteten wir auch die Denkmalschutzbehörde ein und suchten nach Zuschüssen, denn die Baukosten lagen bei circa 35.000 Euro“, so die Kapellenpflegerin, die das Amt seit vier Jahren inne hat.

Förderzusagen gab es schließlich vom Erzbistum Bamberg, der Oberfrankenstiftung, dem bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Stadt Pegnitz, dem Landratsamt Bayreuth, der Bayerischen Landesstiftung, der VR Bank und der Sparkasse. „Einen Teil haben wir schon erhalten, auf andere Zuschüsse warten wir noch. Zudem hat jeder Leupser einen „Spendenbrief“ erhalten. Auch hier haben einige Bürger – auch evangelische Christen – schon einen Spendenbeitrag überwiesen, um unsere hohen Renovierungskosten zu decken.“

Gertrud Spieler und ihr Team hatten sich ein enges Zeitfenster gesetzt. „Im Juli hatten wir angefangen und bis zu unserer Kirchweih Anfang September wollten wir fertig sein. Wir haben es auch geschafft“, ist sie froh. „Dank der beteiligten Firmen Elektro Glenk, Pegnitz, dem Maler Trautner aus Elbersberg und dem Kirchenmaler Dörfler aus Bamberg und auch dank unserer fleißigen Ortsbewohnern, die sich immer wieder einfanden, um die unzähligen Handgriffe zu übernehmen. Die Familie Wickles lagerte zudem ordentlich und trocken unser Kapelleninventar ein, denn es mussten ja alle Bänke raus“, sagt sie. Von den Rissen, den Kabelschächten und den Heizungsrohren, die jetzt sauber in der Wand liegen, ist nichts mehr zu sehen. Neue Schalter und Lampen sind montiert. Die Gebetsbänke glänzen neu poliert und Wände, Decke, Empore, Altar und Heiligenfiguren erstrahlen.

Die malerische Kapelle mit dem besonderen Spätrokokostuck an der Decke aus dem Jahr 1790, der reich verziert in der Mitte das Auge Gottes mit Strahlenglanz darstellt, umgeben von vier lieblichen Engelsköpfen, besticht schon beim ersten Blick ins Innere. Der Trockauer Stuckateur Johann Gerstendörfer führte die Arbeiten aus, weiß Gertrud Spieler aus der Chronik, die Georg Steffel und Hubertus Lindner zusammengestellt hatten. Einige Aufzeichnungen über die Geschichte machte auch die frühere Mesnerin Elisabeth Lindner. Die nun neu renovierte Gebetsstätte wurde erst im August 1896 vom damaligen Büchenbacher Pfarrer Johann Schenk geweiht, Anlass hierzu war eine Stiftung von Philipp Peter aus Leups. Man geht von mindestens einer Vorgängerkapelle aus, weil in einem Schreiben 50 Jahre vorher – 1739 - von einem Uhrrichter die Rede ist. Vermutlich war damit hier der Betreuer der Turmuhr, die der Gemeinde gehörte, gemeint.

Der besondere Altar stammt aus der Zeit um 1740 und soll, nach der Chronik, eine Spende des Klosters Michelfeld sein. Das Altarbild stellt den Tod des heiligen Joseph dar. Darüber befindet sich ein Ölbild des heiligen Benedikt mit der Weltkugel. Markant sind die beiden seitlich am Altar stehenden Holzfiguren des Heiligen Joseph links und des heiligen Joachim rechts, die jetzt wieder wie die übrigen Darstellungen in frischen Farben erstrahlen.

In den Jahrhunderten des Bestehens der besonderen Gebetsstätte wurde immer wieder renoviert, ersetzt, angeschafft und erhalten. Den Leupsern war ihre Kapelle stets wichtig. „Wir haben sogar einen eigenen Kapellenverein gegründet, der sich um den Außenbereich kümmert“, sagt Gertrud Spieler. „Wir sind jetzt richtig stolz auf unsere Kapelle. Sie wird gerne, obwohl sie nicht zu jeder Zeit offen ist, von Wanderern und Ausflüglern besucht. Beliebt ist unsere Kapelle auch immer wieder zu Taufen und Hochzeiten, zu der auch Gläubige von außerhalb kommen.“

Leups gehört zur Pfarrei Büchenbach und hat in der schmucken Kapelle vierzehntägig immer freitags Gottesdienst. Dazu Maiandachten, Rosenkränze, Kreuzwegandachten und Totengebete, die „von unserer Mesnerin Theresia Sanchez-Lorenzo wunderbar ausgestaltet werden.“

 

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