Nächstes Jahr wird Marek Janowski den „Ring“ dirigieren, als Nachfolger von Kirill Petrenko. Janowski ist kein großer Freund des Regietheaters. Kann das klappen, Janowski zusammen mit Frank Castorf?
Hörl: Petrenko und Janowksi sind beide tolle Dirigenten, aber unterschiedliche Typen, das stimmt. Auf den ersten Blick mag man nicht glauben, dass das besonders gut funktionieren kann. Aber Janowski und Castorf sind einfach gute Leute, beide sind ja sehr erfahren. Und witzigerweise haben beide diese Berliner Schnauze. Ich kann mir vorstellen, dass das klappen wird.
Und nach dem „Ring“? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Bayreuth länger verbunden bleiben?
Hörl: Das Schöne ist, wenn man mischt. Wenn man Wagner singt, dann aber auch mal wieder Mozart oder Verdi. Doch wenn man so aussieht wie ich, 1,95 Meter groß ist und blond, besteht ohnehin eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man im deutschen Fach singt.
ZUR PERSON: Eine prachtvolle Stimme und ein großes Repertoire zeichnen den Bass Andreas Hörl aus. Der Meisterschüler von Kurt Moll debütierte heuer in Bayreuth als Fafner und wird 2016 Fasolt und Hunding singen. Zunächst im Ensemble des Opernhauses Zürich, ist Hörl mittlerweile freischaffend und als Gasten an den großen Häusern zu erleben. Den Fafner sang er auch im „Siegfried“ am Gran Teatre del Liceu in Barcelona.