Großes Kino im Justizpalast. Der Bayerische Rundfunk und sogar die ARD sind da. Zur Berichterstattung über den „Reichsbürger“ Oliver N. (49) aus Bayreuth. Noch nicht lange her ist der Mord eines anderen „Reichsbürgers“ an einem Polizisten in Georgensgmünd. Politiker haben angekündigt, die seltsame Gruppierung stärker zu beobachten. Im Zuhörerraum sitzt ein Staatsschutzbeamter. Und Zivilpolizisten, für den Fall der Fälle. Laut der Anklage legte sich der Bayreuther „Reichsbürger“ vielfach mit Polizisten an. Ekliger Höhepunkt ist eine Konfrontation an Weihnachten 2015. Oliver N. ruft selbst die Polizei, kündigt Straftaten an und wird mitgenommen. Wenig später ist die Haftzelle der Polizei überflutet, weil das Klo verstopft ist. Drei Beamte eilen in den Keller. Oliver N. brüllt herum, beschimpft und beleidigt die Beamten. Er beugt sich hinab, greift nach einem Stück Kot, das durch die Zelle schwimmt, und wirft die Fäkalie nach den Beamten. „Gezielt“, sagt der Beworfene. „Dass er nicht getroffen hat, liegt an meiner Reaktionsschnelligkeit.“ Der Kot bleibt an der Wand kleben. Die drei Polizisten bestätigen den Wurf als Zeugen vor Gericht.