Pokalspiel gegen HSV Innenstadt wird blau, weiß, schwarz

HSV-Fan Roland Schunk aus Lichtenfels ist im HWW-Stadion kein Unbekannter. Foto: Manfred Scherer

Das Pokalspiel gegen den Zweitligisten Hamburger Sportverein HSV, die Parade des Christopher Street Day und das Sommernachtsfest in der Eremitage: Auf die Polizei kommen am heutigen Samstag stressige Stunden zu. Man sei gewappnet, heißt es aus dem Polizeipräsidium Oberfranken.

Großeinsatz für die Polizei am heutigen Samstag: Das Pokalspiel zwischen der Spielvereinigung Bayreuth und dem Hamburger Sportverein (HSV) am Nachmittag, die Parade des Christopher Street Day (CSD) in der Innenstadt und das Sommernachtsfest in der Eremitage mit tausenden Besuchern dürfte der Polizei einiges abverlangen.

Mehr als 100 Kräfte im Einsatz

„Wir sind vorbereitet“, sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, Matthias Potzel. Wie viele Polizisten am Samstag im Einsatz sein werden? Die Zahl sei ihm nicht im Detail bekannt, sagt Potzel. Es werden jedenfalls mehr als 100 Kräfte vor Ort sein. Unterstützung angefordert habe man von der Bereitschaftspolizei in Nürnberg und Würzburg und erstmals durch die Reiterstaffel Mittelfranken.

HSV-Fans ab 10 Uhr in der Innenstadt

Ob die HSV-Fans mit Bussen und/oder Bahn anreisen und wann sie genau in Bayreuth eintreffen, wusste Potzel nicht zu sagen. Spätestens ab 10 Uhr werden Fans aus dem hohen Norden jedoch bereits in der Innenstadt auftauchen. Das hat jedenfalls der HSV-Fanverein Nordtribüne auf seiner Homepage angekündigt. Unter dem Slogan „Bayreuth erstrahlt in blau, weiß, schwarz“ teilen die HSV-Fans an, sich um 10 Uhr in der Innenstadt zu treffen, um sich gemeinsam in den Gaststätten, Biergärten und Brauhäusern einzustimmen. Um 13 Uhr treffe man sich am Brunnen in der Innenstadt zum Marsch ins Stadion. Auf der Strecke, die Potzel nicht im Detail beschreiben will, werden die Fans nicht alleine sein. „Wir werden die Fans natürlich begleiten“, sagt Potzel. Vorweg werde ein Kommunikationsteam der Polizei laufen, das „den Weg freimacht“. Was bedeutet, dass sie zum Beispiel Provokationen im Vorfeld unterbinden.

Zwei Wege, ein Ziel: Das Stadion

Bereits eine Stunde früher startet der Marsch der Fans der Spielvereinigung am Jean-Paul-Platz. Auch sie werden von Polizeikräfte eskortiert. Auch deren Streckenverlauf wird kurzfristig festgelegt. Klar ist: Unterwegs wird es keine Begegnung mit den HSV-Fanzug geben, der zum Gymnasium Christian-Ernestinum (GCE) zieht, wo sich der Einlass für den Bereich der Gäste-Fans befindet. Die „Altstadt“-Fans werden hingegen zum Ellrodt-Weg am Roten Main geleitet.

CSD-Parade durch die Innenstadt

Ein Zusammentreffen der beiden Fan-Züge mit dem CSD-Umzug, der unter dem Motto „Sichtbarkeit schafft Sicherheit“ steht, werde es ebenfalls nicht geben, sagt Polizeisprecher Potzel. Wenn sich dessen Teilnehmer um 14 Uhr am La-Spezia-Platz treffen und im Anschluss eine Stunde lang durch die Innenstadt ziehen, seien die von der Polizei geleiteten Fans beider Mannschaften bereits im Stadion, das um 13.30 Uhr geöffnet werde, sagt Potzel. Die einstündige Kundgebung des Christoper Street Day findet ab 15 Uhr im Ehrenhof statt. Zu einer Zeit also, in der die Zuschauerränge im Hans-Walter-Wild-Stadion von den 15.000 Zuschauer bereits gefüllt sein dürften.

Eingefleischter HSV-Fan

Sollten die Fans der Spielvereinigung am Sportgelände des BSV 98 vorbeiziehen, werden sie doch auf HSV-Fans stoßen. „Friedliche Menschen meist gesetzten Alters“ werden sich dort ab 10 Uhr auf das Spiel einstimmen mit Bratwürsten und Bier, sagt Roland Schunk. Der 60-jährige, eingefleischte HSV-Fan aus Lichtenfels wird dort mit den rund 100 Mitgliedern des Fanclubs Blue Vikings Franken und weiteren HSV-Fans aus Nordbayern die Zeit bis zum Anpfiff verbringen. Zusammen mit Mitgliedern des FSV und des BSV 98 haben Schunk und Hartmut Heiner Meyer – die beiden haben sich zufällig auf einem Parkplatz kennengelernt, sagt Meyer – das Treffen vorbereitet. In entspannter Atmosphäre wolle man mit den HSV-Gästen plaudern, den Spielen zweier Jugendmannschaften zuschauen und Bier und Bratwürste genießen, sagt Meyer, selbst überzeugter HSV-Fan. Und mit dem Verkauf ein bisschen die Vereinskassen füllen.

Anständige Gäste

Schunk ist nicht nur Vorstand der Blue Vikings Franken, sondern auch regionaler Ansprechpartner für Nordbayern und damit zuständig für 14 Fan-Clubs des Supporters Club des HSV zwischen Regensburg und Aschaffenburg. Rund 300 Karten für das Pokalspiel hat Schunk erhalten können. „Mit uns auf dem BSV-Gelände die Zeit vor dem Spiel verbringen darf jeder“, sagt Schunk. Ausgeschlossen sind Ultras, also gewaltbereite Fans, von denen er und alle andere HSV-Fans sich deutlich distanzieren würden. Die Mitglieder seines Vereins wollen sich vielmehr als „anständige Gäste“ präsentieren, betont der auffällige Kutten- und Zylinderträger.

Ein einzigartiges und einmaliges Spiel

Er freue sich riesig auf das Spiel, sagt Schunk. Klar sei jedes Spiel seines HSV spannend und aufregend, egal ob in Nürnberg, Regensburg oder Fürth. Als HSV-Fan sei man leidensfähig. Aber das Pokalspiel gegen die Spielvereinigung Bayreuth sei etwas ganz besonderes. „Dieses Spiel wird es kein zweites Mal geben“, sagt er. Er werde es deshalb genießen. Und wer dabei ist, kann noch seinen Enkeln von diesem einzigartigen und einmaligen Spiel berichten. Am Sieg für seinen HSV hat er keinen Zweifel: „Wir gewinnen 3 zu 1“, ist Schunk überzeugt.

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