Ein bisschen Gaudi muss sein Plecher Faschingsnarren trotzen Corona

So wird die Faschingszeitung normalerweise in Plech verkauft: Beim Umzug entlang der Hauptstraße. Dieses Jahr gibt es das Narrenblatt trotz Corona - allerdings nur in den Geschäften. Foto:Archiv: Kerstin Goetzke

500 Exemplare ihres „Narrenkuriers“ verkauft die Plecher Faschingsgesellschaft in den Jahren mit Gaudiwurm an Bürger und Besucher. In diesem Jahr gibt es zwar keinen Faschingsumzug, aber ein „Narrenkurier“ wurde trotzdem gedruckt, wenn auch in geringerer Auflage. Ein bisschen Fasching muss schließlich auch in Corona-Zeiten sein.

Plech - Früher wurde die Faschingszeitung noch kopiert, seit wenigen Jahren kommen die Seiten aus einer Druckerei. Das Dichten der „Stückla“ lief in diesem Jahr anders als gewohnt. Wegen der Corona-Pandemie und des Lockdowns konnten sich die Zeitungsmacher nicht wie gewohnt treffen. „Am besten schreibt es sich, wenn man mit einer kleinen Gruppe lustig zusammen sitzt“, sagt Heidi Laus, die den Plecher Fasching seit Jahren organisiert. Telefonate, Nachrichten über das Handy und hin und wieder ein Treffen zu zweit waren in diesem Jahr das einzig Mögliche.

Mitte Januar haben die Narren begonnen, die Themen und Stückla zusammenzutragen. Nicht nur einige Plecher Bürger werden in diesem Jahr mit ihrem Missgeschick im „Narrenkurier“ verewigt, sondern auch lustige Begebenheiten aus den Ortsteilen Bernheck und Ottenhof sowie aus der Nachbargemeinde Neuhaus. In Jahren mit Faschingsumzug achten die Gaudi-Redakteure darauf, dass möglichst jede umliegende Gemeinde erwähnt wird. Die „Stückla“ sollen schließlich für alle Gäste des Faschingsumzugs lesenswert sein.

Wer übernimmt eigentlich das Dichten und Zeichnen der Faschingszeitung? Dazu will Heidi Laus keine Auskunft geben. Nicht selten sei es nämlich schon vorgekommen, dass Mitbürger, die beim Umzug gespielt wurden oder mit einem Missgeschick im Narrenkurier erwähnt waren, verärgert waren und unbedingt wissen wollten, wer für die Formulierung verantwortlich war. „Mancher fühlte sich schon mal auf den Schlips getreten. Deshalb bleiben die Schreiber anonym“, so Laus. Die einzelnen verfassten „Stückla“ – in diesem Jahr sind es zehn - landen irgendwann bei ihr und sie bringe diese lediglich in eine einheitliche Form.

Die Plecher verstehen es, einen lustigen Fasching zu feiern. Nicht nur im Umzug, sondern in normalen Jahren auch beim traditionellen „Ball der Vereine“ in der Mehrzweckhalle. Bis vor etwa acht Jahren gab es nach dem Umzug am Dienstag auch noch den Kehraus in der Halle. Allerdings kamen immer weniger Besucher, so dass diese Veranstaltung eingestellt wurde. Seitdem stehe am Marktplatz ein kleines Zelt, in dem die Faschingsgesellschaft den Tag noch ausklingen lässt – wenn nicht die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung aller Veranstalter macht.

Dass es in diesem Jahr keinen Faschingsumzug geben kann, falle manchen Plechern schon schwer. Die Aktiven seien durchweg mit Leidenschaft und großer Motivation bei den Vorbereitungen und dem Bauen der Faschingswagen dabei. „Das fehlt uns heuer schon sehr“, sagt Heidi Laus. Seit 1968 sind die närrischen Umzüge in Plech belegt. Nur einmal ist der Gaudiwurm abgesagt worden. Das war im Jahr des Golfkriegs 1991. Doch auch damals gab es wenigstens eine Faschingszeitung. Wie auch heuer – immerhin.

Die Macher wollen natürlich noch nicht zu viel verraten, lassen aber durchklingen, dass es Pfarrer Christoph Weißmann bereits zum fünften Mal in Folge „dank seiner Kreativität“ in den „Narrenkurier“ geschafft hat. Auch das „Stückla“ eines Bernhecker Bürgers, der mit einem geliehenen Kehrgerät zu übereifrig war, ist zu lesen.

250 Zeitungen werden verkauft

250 Faschingszeitungen haben die Plecher Narren in diesem Jahr drucken lassen. Ab Donnerstag, 11. Februar, werden die Hefte verkauft. Zum Preis von drei Euro kann jeder zuhause nachlesen, was in Plech und Umgebung im vorigen Jahr alles an lustigen Dingen und Missgeschicken passiert ist. Erhältlich ist der Narrenkurier in der Metzgerei Dörfler&Fiedler, der Sparkasse und den Plecher Wirtschaften. Ferner an der OMV-Tankstelle in Ottenhof und bei der Bäckerei Führlbeck in Neuhaus. Denn ein bisschen Fasching muss auch in Corona-Zeiten sein.

 
 

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