Platz für Flüchtlinge Medi-Kapitän Bastian Doreth räumt seine Wohnung

Zusätzlicher Schlafplatz: Ein Möbelhaus hat eine Schlafcouch gestiftet, mit der nun die Zweizimmerwohnung von Bastian Doreth den Mitgliedern einer ukrainischen Familie aus drei Generationen ein Dach über dem Kopf bieten kann. n Foto: /Andreas Heerdegen

Auf nicht alltägliche Weise beteiligt sich Bastian Doreth an der Hilfe für die Leidtragenden des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Der Kapitän des Basketball-Bundesligisten Medi Bayreuth räumt seine Wohnung, um sie einer geflüchteten Familie zur Verfügung zu stellen.

Bastian Doreth gilt als Profi, der nicht nur auf dem Spielfeld vorbildlichen Einsatz zeigt und der auch bei Themen außerhalb des Sports etwas zu sagen hat. Diesen Ruf bestätigt der Kapitän von Medi Bayreuth nun mit seiner Unterstützung für die Initiative des Bayreuther Klinikdirektors und SPD-Stadtrats Oliver Ponsel, der Wohnraum für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sucht und vermittelt: Der sportliche „Teilzeit-Pendler“, dessen Familie in Nürnberg lebt, stellt seine Bayreuther Wohnung dafür zur Verfügung.

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„Ich hatte ohnehin schon den Gedanken, dass es ziemlicher Luxus ist, noch eine Wohnung in Bayreuth zu unterhalten“, erklärt Doreth. „Wir leben in einer sehr privilegierten Situation, und ich will durch meine Position als Vorbild voran gehen.“ Dieses Beispiel fand auch seinerseits schnell Unterstützung: Ein Bayreuther Hotel bietet Doreth eine Übernachtungsmöglichkeit, falls es mit der Heimfahrt nach Nürnberg doch einmal nicht klappt, und ein Möbelhaus spendierte eine Couch als zusätzliche Schlafmöglichkeit, sodass in der Zweizimmerwohnung nun eine Familie mit drei Generationen unterkommen kann. „Dadurch werden zwei separate Schlafräume möglich“, erklärt Doreth. „Die Menschen sollen sich schließlich so wohl fühlen, wie es unter den Umständen möglich ist.“

Die Frage, wie lange die Verhältnisse so bleiben können, beschäftigt ihn derzeit nicht sehr: „Der Zeitraum bis zum Ende der Saison ist jetzt erst einmal überschaubar. Und dann kann man für alle Betroffenen nur hoffen, dass sich die Lage möglichst schnell ändert. Sie wollen doch zurück in ihre Heimat.“

Doreth bestätigt damit den Eindruck als Vorreiter bei sozialen Themen, den er auch in der BBL vermittelt: „Ich bin ein Mensch, der allgemein gern versucht zu helfen.“ Dass ihm besonders der Kampf gegen Rassismus am Herzen liegt, erklärte er kürzlich am Mikrofon von Magentasport auch mit persönlicher Betroffenheit aufgrund der afrikanischen familiären Wurzeln seiner Ehefrau: „Ich will auf die Rassismus-Problematik aufmerksam machen. Es ist ein Thema, bei dem man sich immer klar positionieren muss – und wo es geht, auch helfen.“

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