ie Vokalisen, die die kranke und schließlich tote Schwester des Roderick Usher zu singen hat, beweisen sofort, dass Moderne und Schönheit des Gesangs kein Widerspruch sein müssen. Inga Lisa Lehr schenkt der gespenstischen Erscheinung mit den langen, roten Haaren ihren goldenen Sopran: auch als Stimme aus dem Untergrund des Orchestergrabens. Birger Radde vertritt mit seinem beeindruckenden Bassbariton die Erzählerposition von Poes Story: ein seinerseits labiler Mann, der, wer weiß, im gemütskranken Freund sein anderes Ich entdeckt. Nur, dass dieses andere Ich offensichtlich inzestuös mit der kranken Schwester verkuppelt ist, was die Katastrophe nicht aufhält, sondern vielleicht erst provoziert.