Im Gespräch mit dem Kurier gibt sich Weiß ganz pragmatisch. „Laut Satzung braucht es nun mal einen stellvertretenden Landesvorsitzenden, und da habe ich mich halt aufstellen lassen.“

Doch warum brauchte es die Neuwahl auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Nürnberg überhaupt? Weil der Herzogenauracher Andreas Zacherl, der bereits im vergangenen Jahr zum Vorsitzenden für 2020 gewählt worden war, das Amt aus persönlichen Gründen überraschend zurückgegeben hat. Seine Stellvertreterin, Denise Schurzmann aus Rosenheim, rückte nach und bat Weiß daraufhin, nun ihr Stellvertreter zu werden.

Überlegen musste Weiß nur kurz, sagt er, „auch weil zwischen Denise und mir die Chemie einfach passt“. Außerdem war er als Ressortleiter Kommunikation, Presse und Internet schon zwei Jahre Vorstandsmitglied und fungierte zudem im vergangenen Jahr als Regionalsprecher Oberfranken. Somit verfügte er über die nötige Erfahrung.

Und das, obwohl er nicht den normalen Weg über ein Amt im Kreisverband für Stadt und Landkreis Bayreuth genommen hat, dem er seit 2015 angehört. „Der jetzige Bundesvorsitzende Sebastian Döberl, der ja auch Bayreuther ist, hat mich gleich in sein Team geholt, als er damals Landesvorsitzender wurde“, sagt Weiß. Dass die Situation so schnell gemeistert wurde, zeige auch, dass die Wirtschaftsjunioren in Bayern gut aufgestellt sind.

Sein Ressort im Vorstand werde er behalten und ansonsten Landesvorsitzende Schurzmann bei repräsentativen Pflichten vor allem im nordbayerischen Raum entlasten, sagt Weiß: „Das bietet sich an, wenn der eine in Rosenheim und der andere in Neudrossenfeld wohnt.“ Dass das zeitaufwendig ist, sei ihm klar.

Schließlich hat Weiß, der an der Hochschule Hof sein Diplom als Medieninformatiker erworben hat, auch noch andere Ehrenämter. Er ist stellvertretender Vorsitzender und Aktiver bei der Feuerwehr Neudrossenfeld und Mitglied im Frankenwaldverein Wartenfels.

Aus dem zwischen Stadtsteinach und Kronach gelegenen Ort stammt Weiß, erst 2010 zog es ihn mit seiner Frau nach Neudrossenfeld. Dort betreibt er als Einzelkämpfer seine 2004 gegründete Werbeagentur, in der er  aber „projektbezogen bis zu fünf freie Mitarbeiter“ beschäftigt.

Für sein Hobby, das Golfen, bei dem er von einem Freund 2015 für die Wirtschaftsjunioren geworben wurde, dürfte er dieses Jahr wohl nur wenig Zeit haben, sagt Weiß. Allerdings: Im Folgejahr als Landesvorsitzender aufrücken, wie es bei den Wirtschaftsjunioren eigentlich üblich ist, wird er nicht.

Der Grund ist das Alter: „Mit 40 Jahren kann man bei uns kein aktives Mitglied mehr sein und damit auch kein Amt mehr bekleiden. Aber wir werden die Nachfolge im Laufe des Jahres schon regeln. Es gibt bereits mögliche Kandidaten.“