Konventionelle Methoden für die CO2-Rückgewinnung benötigten technische Großeinrichtungen, die so viel Platz brauchten, dass sie nur für Großbrauereien in Frage kämen, sagt Bernd Rosemann, akademischer Direktor des Lehrstuhls für Umweltgerechte Produktionstechnik, dem Kurier. „Wir haben ein Verfahren entwickelt, das auch im Kleinen funktioniert, aber entsprechend erweiterbar ist.“

Aber was passiert denn genau, bei dieser neuen Technologie? Herzstück des „CaSCaDe“-Verfahrens (Capturing and Storage of Carbon Dioxide) ist ein sogenanntes Adsorbens – ein granulatförmiger Stoff, der aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wird.

Durch diesen werden die Abgase von Brauereiprozessen geleitet. Darin enthaltenes CO2 bleibt im Adsorbens hängen.

„Das kann man sich vorstellen, wie eine Art Schwamm“, sagt Rosemann, „Wie der Schwamm Wasser aufnimmt, nimmt das Adsorbens CO2 auf. Wenn ich den Schwamm zusammendrücke, gibt er das Wasser wieder frei. Beim Adsorbens sorgt dafür die Temperatur. Bei Erwärmung wird das CO2 freigegeben.“

CO2 gilt als „Klimakiller“ – ist aber auch ein wichtiger Werkstoff bei der Bierherstellung: Nicht nur beim Gärprozess entsteht das Gas und sorgt dafür, dass das Bier so schön perlt, auch Leitungen, Druck- und Lagertanks werden damit gespült. Beim sogenannten Vorspannen wird zudem mithilfe von CO2 ein Gegendruck in Tanks oder Fässern erzeugt, bevor das Bier hineingefüllt wird. Das verhindert, dass das Bier dabei aufschäumt und schal wird.

Für solche Anwendungen müssen die Brauereien meistens CO2 von außen zukaufen – eine interne Rückgewinnung senkt den Bedarf an solchen Zukäufen und damit die Produktionskosten. Damit ist die Verringerung der Treibhausgasemissionen nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.

Die Bayreuther Brauerei Maisel hat nach eigenen Angaben ihre CO2– Rückgewinnung bereits so weit ausgebaut, dass sie gar kein CO2 mehr zukaufen muss, für sie ist das neue Verfahren also nicht mehr attraktiv.

Und was sagen kleinere Brauereien? „Ich habe mir dazu noch nicht so viele Gedanken gemacht“, sagt Becherbräu-Inhaber Johnny Hacker. Er benutze das CO2 auch zum Vorspannen seiner Tanks, müsse sich aber genauer mit dem Thema beschäftigen. Prinzipiell findet er die Idee gut.