Ohl sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, man sei im Oktober aus dem Branchenverband VBM vorsorglich ausgetreten. Wäre jedoch eine bessere Tarifvereinbarung zustande gekommen, dann wäre es denkbar gewesen, diesen Schritt wieder rückgängig zu machen.
Die Tarifeinigung in der M+E-Branche sieht unter anderem 4,3 Prozent mehr Geld und jährliche Einmalzahlungen vor. Die Beschäftigten können für bis zu zwei Jahre ihre Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden absenken. Es gehe Netzsch „nicht primär“ um die Höhe der im Flächentarifvertrag vereinbarten Entgelte, hieß es in der Mitteilung.
Am Geld soll's nicht liegen
Bei Netzsch gelte das Motto „Guter Lohn für gute Arbeit“, so Ohl: „Wir sichern deshalb schon heute zu, dass wir selbst nach zwei für uns wirtschaftlich schwierigen Jahren – und trotz der hohen Lohnerhöhungen im Flächentarif – den auf das Entgelt bezogenen Teil der Tarifvereinbarungen übernehmen werden.“
Die Mitarbeiter sollen nach den Worten des Geschäftsführers auch in Zukunft finanziell genauso gut gestellt werden wie ihre Kollegen in tarifgebundenen Unternehmen. Betriebsratsvorsitzende Christine Feig-Kirschneck sagte hingegen, es sei zu befürchten, dass die Löhne bei Netzsch langfristig unter das Niveau von tarifgebundenen Betrieben sinken könnten.