Der „Nordbayerische Kurier“ berichtete in der Ausgabe vom 12. März 1968 von zwei Betrügern, die sich vor dem Amtsgericht verantworten mussten. Die beiden noch nicht einmal 30 Jahre alten Männer hatten gutgläubigen Bürgern im Coburger Land Waschmaschinen angedreht. Als Vertreter waren sie von Tür zu Tür gegangen. Ihre Masche: Sie machten den Leuten glaubhaft, dass sie durch eine Unterschrift auf einem Papierbogen in den Genuss eines vierteljährlichen Kundendienstes kämen. Tatsächlich setzten die ahnungslosen Menschen ihre Unterschrift aber unter einen Kaufvertrag über eine sündhaft teure neue Waschmaschine.

Sogar einen Bürgermeister über den Tisch gezogen

Einem Geprellten, einem Bürgermeister, fiel das falsche Spiel sogar auf – er unterschrieb dennoch, weil die Vertreter ihn überzeugen konnten, es gelte die mündliche Vereinbarung und nicht der schriftliche Vertrag. Mit dieser Vorgehensweise hatten die Betrüger in zwei Fällen Erfolg. Doch der geprellte Bürgermeister erstattete Anzeige, und schlussendlich fanden sich die Waschmaschinenvertreter in einem Bayreuther Gerichtssaal wieder.

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Dass sie nicht ins Gefängnis mussten, sondern mit einer saftigen Geldstrafe von zusammen 3100 Mark davonkamen, hatten sie am Ende ihren Verteidigern zu verdanken. Die argumentierten nämlich mit einem Bundesgerichtshofwort, das da lautete: „Es ist nicht Aufgabe des Strafrichters, sorglose Leute vor den Folgen ihrer Sorglosigkeit zu schützen.“

Große Namen in den Neuinszenierungen

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier von der Besetzungsliste für die Festspiele 1968. Vor allem die „Meistersinger“, die für die damalige Saison von Wolfgang Wagner neu inszeniert wurde, versprach eine hochkarätige Besetzung. Als Hans Sachs waren Walter Berry und Theo Adam verpflichtet worden und Gwyneth Jones als Eva.

Doch auch in anderen Inszenierungen tauchten große Namen auf: Wolfgang Windgassen als Loge und als Siegfried in der „Götterdämmerung“, Helga Dernesch als Freia und Getrune sowie Martti Talvela als Marke. Für die Rolle der Kundry im „Parsifal“ hatte man damals die australische Sängerin Marie Collier gewinnen können.

Englische Wochen im Kaufhaus

Des Weiteren berichtete der Kurier von einer „englischen Woche“ im Kaufhaus Hertie. Zur Eröffnung der Themenwoche gab es sogar das Glockengeläut des Londoner Big Ben, um die Besucher einzustimmen. In zwei Modenschauen wurden die neuesten Kleider aus England präsentiert.

Besonders auf die neuesten Schnitte der englischen Modeschöpferin Mary Quant waren viele gespannt. Doch auch andere Abteilungen des Kaufhauses boten Spezialitäten von der Insel an. So gab es etwa schottischen Whisky, die typischen Bowler-Hüte und sogar eine komplette Golfausrüstung zu kaufen.