Sie krabbeln, laufen oder zwängen sich durch gepolsterte Röhren. Die Miniclub-Kids haben sichtlich Spaß. Doch das Angebot ist weitaus größer, weiß Monika Wolf: „Wir fördern die sozialen Fähigkeiten und begleiten die Kinder in ihrer Gesamtentwicklung.“ Die Kursleiterin ist nunmehr seit 38 Jahren im Miniclub tätig und hat dabei bereits mehrere Meilensteine geschafft. Jedes hundertste Kind, das die Erzieherin in der Spielgruppe begrüßen durfte, erhielt ein kleines Geschenk. So auch das Sechshundertste, erinnert sich die 64-Jährige, denn das war die Enkelin des früheren Bürgermeisters Manfred Thümmler. „Das war nicht gestellt. Leonie war das Jubiläumskind und Manfred Thümmler kam natürlich vorbei. Er hat ja früher auch öfter den Nikolaus gespielt und verkleidet zu Leonie gesagt: ’Deinen Opa kenn ich auch’“, erzählt sie lachend.

Weiterer Meilenstein

Nun wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. Das tausendste Kind wurde von den Eltern angemeldet: die kleine Lara Tavernier. Mutter Anna Tavernier wusste nichts von ihrem Glück und wurde von Monika Wolf und Andrea Giesbert, Geschäftsführerin der Volkshochschule, überrascht. Die Geschenktüte öffnete Lara sofort – besser gesagt, sie verteilte den Inhalt auf dem Boden. Darin befand sich das Buch „Lars der kleine Eisbär“ und ein Paar Schuhe. Darüber freuten sich das Lara und ihre Mutter riesig. „Sensationell. Es ist wirklich schön hier. Wir sind über eine Freundin auf den Miniclub gestoßen und wurden herzlich aufgenommen“, sagte Anna Tavernier. „Wir haben zwar nicht den nächsten Weg, weil wir aus Glashütten kommen, aber ich arbeite in Pegnitz und bin froh, dass meine Freundin mich hergebracht hat. Lara blüht richtig auf.“ Dass die Kinder eine Menge Spaß haben und sich dort ordentlich austoben, zeigte sich direkt im Anschluss, als die Augen von Lara immer kleiner wurden. „Sie braucht jetzt ihren Mittagsschlaf. Es ist immer so aufregend für sie.“

Von Beginn an Buch geführt

Woher Monika Wolf jedes Mal wusste, wie viele Kinder sie bereits in den vergangenen Jahren begrüßen durfte, ist einfach erklärt. Von Anfang an führte sie Buch und dokumentiere jeden Namen, das Alter der Kinder und das Jahr, in denen sie den Miniclub besuchten. Der dicke blaue Ordner, den Wolf gerne präsentiert, enthält auch viele Erinnerungsfotos der vergangenen Jahre. So zeigt sie stolz auf den ersten Namen der langen Liste: Christian Wolf. „Das ist mein Sohn. Er gehörte zur ersten Gruppe des Miniclubs und war von 1982 bis 1984 dabei.“ Einige Namen auf den vielen Seiten sind umkringelt. „Das sind jene, die inzwischen eigene Kinder haben – insgesamt 15 Stück. Ich habe sie als kleine Krabbler kennengelernt und jetzt bringen sie ihre eigenen Kinder. Das ist so eine schöne Sache.“

Corona war nicht gut

Es gehe stets um das Wohl der Kinder, sind sich Wolf und Giesbert einig. „Corona war nicht gut für uns“, bestätigt Giesbert, „wir schauen jetzt, dass wir die Gruppe wieder vollkriegen.“ Acht Kinder könnte der Club aufnehmen, drei Plätze sind noch frei. „Vor Corona hatten wir zwölf bis 15 Kinder. Wir haben so viel Platz, tolle Kinder und viel Spaß. Wir hoffen, dass noch mehr kommen“, sagte Wolf und ist sich sicher: „Das 1100. Kind werde ich nicht mehr begrüßen, aber hoffentlich dazwischen noch viele andere.“