Doch etwas fehlte. Sigrid ist ein Familienmensch. Wenn es in Fichtelberg bei den Kellners ein Familienfest gab, kam immer die erweiterte Großfamilie zusammen, „mindestens 30 Leute“. Und wenn in den USA beispielsweise an der Schule die Kinder Aufführungen haben, schauen außer den Eltern auch Großeltern, Tanten, Onkels – eben die ganze Großfamilie – voller Stolz zu. Sigrid Söllner dagegen saß meist allein im Publikum, wenn eines ihrer Kinder auf der Bühne stand, da Marc berufshalber oft unterwegs war. Und musste den anderen Eltern erklären, warum ihre Eltern, Großeltern, Onkeln und Tanten nicht kamen. Sie bedauerte, dass ihren eigenen Kindern die Erfahrung einer großen Familie verwehrt blieb. Und als kurz hintereinander zwei Großeltern starben, reifte der Entschluss: Zurück in die alte Heimat. Das war 2010.