Ob Internorga, Leipziger Buchmesse, Internationale Handwerksmesse oder IWA Outdoor Classics - wegen der Ausbreitung des Corona-Virus werden immer mehr Messen abgesagt oder verschoben. Leidtragende sind auch Unternehmen aus Oberfranken.

Jörg Fischer, dessen Firma mit Sitz in Döhlau im Landkreis Hof auf Messe- und Bühnenbau spezialisiert ist, klagte am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, viele Ausstellungen würden zu spät abgesagt. Oft hätten die Messebauer längst mit den Aufbauarbeiten begonnen. Es werde mit zweierlei Maß gemessen.

„Für mich ist nicht nachvollziehbar, dass Messen abgesagt werden, aber Fußballspiele mit 60.000 Zuschauern im Stadion nicht“, kritisierte er. Er vermisse hier eine klare Linie wie etwa in der Schweiz, wo Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besucher bis auf Weiteres verboten sind.

Für ihn, Fischer, stünden nun 180 Aufträge wegen verunsicherter Aussteller in der Schwebe. Seine Einbußen schätzt er auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag. Die Politik ruft er auf, seiner Branche zu helfen. Ansonsten drohe vielen Messebauern die Insolvenz.

Unternehmen kann Neuheit nicht präsentieren

Die Forchheimer Loirotec GmbH wollte sich eigentlich auf der Sonderschau „Innovation gewinnt“ der Handwerksmesse in München präsentieren. Auf Initiative der Handwerkskammer sollte der Betrieb als ein Aushängeschild der oberfränkischen Wirtschaft sein patentiertes Produktionsverfahren vorstellen, mit dem Schalungen für Betontreppen hergestellt werden.

Die Absage der Messe, die für 11. bis 15. März terminiert war, sei bitter für seine Firma, sagte Loirotec-Chef Robert Loibl. „Natürlich bin ich enttäuscht. Das wäre eine tolle Chance gewesen, ein großes Publikum anzusprechen.“

Handwerkskammer-Präsident Thomas Zimmer sagte: „Wir bedauern sehr, dass die IHM abgesagt werden musste.“ Mit mehr als 1000 Ausstellern aus 60 Ländern und mehr als 100 000 Besuchern sei sie die wichtigste Leistungsschau des Handwerks.

Zimmer bezeichnete die Entscheidung des Veranstalters als „schwerwiegend, aber vernünftig“. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks habe gemeinsam mit der Gesellschaft für Handwerksmessen die Risiken intensiv abgewogen. Nach Rücksprache mit den maßgeblichen staatlichen Stellen habe man sich zu diesem Schritt entschlossen.

Die Nürnberg-Messe teilte auf Nachfrage mit, die Corona-Krise sei „Gift für die Messewirtschaft“.