Menderes: Der Mann, der niemals aufgibt

Von Martina Bay

Er kann nicht singen, macht es trotzdem und hat damit sogar mittlerweile Erfolg. Am Samstagabend war Dschungelkönig und Dauerkandidat von "Deutschland sucht den Superstar" Menderes im Tanzpalast in Schwingen. Über einen Mann, der an seinen Erfolg selbst noch nicht glauben kann und der endlich aufhören sollte, sich permanent zu entschuldigen.

Menderes hustet, der Hals kratzt. Der Veranstalter bringt ihm vor seinem Auftritt noch einen Tee. "Entschuldigung", sagt Menderes, "ich bin erkältet". Das Wort "Entschuldigung" wird in diesem Gespräch noch öfters fallen. Wenn er sich jetzt noch für seinen Erfolg entschuldigt, würde das auch nicht verwundern. Aber so ist er, eine Masche ist das nicht. Er ist authentisch und dafür mögen ihn seine Fans. "Der ist total sympathisch." Das ist zumindest die einstimmige Meinung der Gäste im Tanzpalast in Schwingen.

Öliges Haar, Röllchen an der Hüfte

Doch das war nicht immer so. Als er das erste Mal bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) im Jahr 2002 auftrat, mit öligem Haar und Röllchen an der Hüfte, war er eine Witzfigur. Die Leute haben ihn nicht ernst genommen. Auch die Jury schickte ihn damals nicht in die nächste Runde. Und trotzdem: Menderes ist weitere elf Male bei DSDS aufgetreten. Und weitere elf Male gescheitert. Denn im Finale von DSDS war er nicht. Davon war er sogar ziemlich weit entfernt.

Warum tut er sich also so etwas an? "Ich habe mich nach der ersten Staffel von DSDS im Fernsehen bei einer Sendung über die schrägsten Kandidaten auf Platz zwei gesehen. Und dann hat mich der Ehrgeiz gepackt." Menderes wollte besser werden. Er feilte nicht nur an seinem Gesang, sondern auch an seiner Optik: Starfriseur Udo Walz schnitt ihm die Haare, der mittlerweile 31-Jährige ließ sich Nase und Zähne richten.

Der Sieger der Herzen holt sich auch die Dschungelkrone

Auf einmal war er für viele nicht mehr die Witzfigur, sondern ein Kämpfer. Die Zahl seiner Fans wurde größer. Wenn in der ersten Runde von DSDS bereits die Zuschauer entscheiden dürften und nicht die Jury, würde Menderes weiter kommen, ist sich eine Besucherin im Tanzpalast sicher. In der Dschungelsendung „Ich bin ein Start holt mich hier raus“ entschieden von Anfang an die Zuschauer und gaben dem Sieger der Herzen die Dschungelkrone. Aber auch vom Sieg im Dschungelcamp scheint Menderes immer noch überrascht zu sein. „Ich habe mir schon ein bisschen Dschungelcamp angeschaut, aber gar nicht so viel von mir gesehen.“

Sein großes Idol ist und bleibt Michael Jackson. „Der war musikalisch sehr erfolgreich und diesen Erfolg habe ich ja nicht“, sagt er. Er klingt für einen kurzen Moment ein bisschen wehmütig, dass er das Talent eines Michael Jackson wohl nie erreichen wird.  Auch seine Bühnenchoreographie, wenn man davon sprechen kann, ist sehr einfach gehalten. Mal macht er eine Drehung, dann wirft er das Mikro von einer Hand in die andere oder läuft auf der Bühne von einem Ende zum anderen. Das war´s. Doch seinen Fans ist das egal. Sie kreischen, wollen ihn anfassen, mit ihm auf der Bühne tanzen. Denn für sie ist er der Mann, der niemals aufgibt.

 

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