Medi-Test in Weißenfels Benefizspiel für Flutopfer

Die einzige Konstante beim MBC: Der bei den Fans beliebte Routinier Sergio Kerusch (links) spielt auch im ansonsten völlig neu formierten Team eine wichtige Rolle. Foto: Imago Images//Eckehard Schulz

Kaufen kann man sich zwar nichts für Siege in Testspielen, aber für das Selbstvertrauen sind sie bestimmt nicht schädlich. Deswegen hätte bei Medi Bayreuth sicher niemand etwas dagegen, wenn im fünften Vorbereitungsspiel für die neue Saison in der Basketball-Bundesliga beim MBC Weißenfels der fünfte Sieg gelingt.

Basketball - Nach kurzer Pause im Anschluss an das Trainingslager in St. Pölten setzt Medi Bayreuth seit Anfang dieser Woche die Vorbereitungen für die Bundesliga-Saison fort und absolviert nun das insgesamt fünfte Testspiel. Nach bisher vier Siegen steht am Mittwoch um 19 Uhr der Auftritt beim Ligarivalen MBC Weißenfels auf dem Programm (Audio-Livestream bei dunk.fm). Dabei wird Trainer Raoul Korner nochmals auf Bastian Doreth verzichten, auch wenn sich der Kapitän nach seiner Rückenverletzung laut Mitteilung des Klubs „auf dem Weg der Genesung befindet“. Abseits des Sportlichen hat die Partie einen ganz eigenen Stellenwert, denn sie wurde zum Benefizspiel erklärt zugunsten der Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

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Keine Ausländer mit BBL-Erfahrung

Obwohl die Begegnung mit dem Team in Sachsen-Anhalt wegen der direkten Verbindung über die Autobahn von den Anhängern beider Seiten gern als „Derby“ bezeichnet wird, treffen die Bayreuther auf einen weitgehend unbekannten Gegner. Einzige verbliebene Stammkraft aus dem Vorjahr ist der erfahrene Flügelspieler Sergio Kerusch, und von den deutschen Neuzugängen hat nur der Innenspieler Johannes Richter (zuletzt Hamburg) umfangreiche BBL-Erfahrung. Im Gegensatz zum Medi-Kader ist zudem beim MBC unter den Neuzugängen für die Ausländerstellen niemand aus der Bundesliga. Der serbische Spielmacher Nikola Rebic kam aus Nanterre (Frankreich), sein Landsmann Goran Huskic auf der Center-Position aus Bilbao (Spanien). Die Amerikaner Reginald Johnson (Guard) und Chris Coffey (Power Forward) spielten zuletzt bei Budivelnik Kiew in der Ukraine beziehungsweise BK Ventspils in Lettland, der polnische Shooting Guard Jakub Garbacz in seinem Heimatland für Ostrow Wielkopolski. Am exotischsten wirkt der iranische Guard Behnam Yakhchali, der bei den Rostock Seawolves mit 16,0 Punkten im Schnitt einer der fünf besten Scorer in der ProA war. Der 25-Jährige gehörte bei den Olympischen Spielen in Tokio zu den Nationalmannschaftskollegen des Bayreuthers Philip Jalalpoor, absolvierte mit 32 Minuten pro Spiel die längste Einsatzzeit in diesem Team und war mit insgesamt 40 Punkten in den drei Spielen sein zweitbester Korbschütze.

MBC-Tests gegen namhafte Teams

Ähnlich wie die Bayreuther hat auch die Mannschaft des nach drei Jahren zurückgekehrten MBC-Trainers Igor Jovovic gerade ihr Trainingslager hinter sich. In Lasko (Slowenien) absolvierte sie anspruchsvolle Testspiele mit achtbaren Ergebnissen gegen den Eurocup-Teilnehmer Olimpia Ljubljana (69:81 nach 64:66-Zwischenstand) und den italienischen Playoff-Teilnehmer Pallacanestro Triest (82:83 nach 75:66-Führung). Die Rückreise unterbrachen die Weißenfelser schließlich für eine Partie beim österreichischen Meister Basket Swans Gmunden, den das Medi-Team kürzlich mit 100:44 vom Platz gefegt hatte. Dort schafften sie erst nach drei schwachen Vierteln die Wende vom 63:71-Rückstand (31.) zum 92:84-Sieg.

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