Medi-Sensation möglich 83:91 in Berlin nach klarer Führung

Florian Kirchner

Lange sah es so aus, als würde Medi Bayreuth in der Basketball-Bundesliga beim Deutschen Meister Alba Berlin ein Sensationssieg gelingen können. Zu Beginn des letzten Viertels führten die Gäste am späten Samstagabend mit 15 Punkten, aber am Ende verloren sie doch mit 83:91.

Von Florian Kirchner

Eine 15-Punkte-Führung zu Beginn des Schlussabschnitts reichte Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth nicht für einen Überraschungserfolg beim amtierenden Meister Alba Berlin: Die Wagnerstädter kassierten im Endspurt eine 0:24-Serie und unterlagen noch mit 83:91 (49:40).

Medi Bayreuth fand gut in die Partie. Nach frühen Dreiern von Ahmed Hill, Jackson Rowe und Brandon Childress lagen die Masell-Schützlinge schnell mit 13:6 (4.) vorne. Die Berliner eroberten die Führung jedoch prompt mit einem 10:0-Lauf zurück und sicherten sich einen 27:20-Vorsprung nach den ersten zehn Minuten.

Den Einwurf ins zweite Viertel warf Sasha Grant zwar unmittelbar ins Seitenaus, doch davon ließen sich die Bayreuther nicht verunsichern: Nach Dreiern von Childress, Rowe und West wanderte die Führung wieder zu den Medi-Korbjägern zurück, bevor der Neuseeländer Yannick Wetzell die ersten Punkte für die Hausherren erzielen konnte. Die Bayreuther ließen nicht locker, spielten weiter munter und selbstbewusst auf, dominierten den Rebound und gestatteten dem Europapokalteilnehmer in den letzten knapp fünf Minuten vor dem Seitenwechsel nur noch drei Punkte, während sie sich selbst auf 49:40 absetzen konnten.

Die Berliner kamen verbessert aus der Halbzeitpause, zogen vorübergehend in der Defensive die Schrauben an und konnten nach einem Dreier von Jaleen Smith bis auf 52:55 (26.) herankommen. Doch Medi Bayreuth fand gerade noch rechtzeitig offensiv in die Partie zurück. Ahmed Hill eröffnete mit einem erfolgreichen Dreier einen 12:3-Lauf zur bis dahin höchsten Bayreuther Führung der Partie (55:67/28.). Danach waren es wiederum einige individuelle Fehler, die den Vorsprung der Gäste vor dem letzten Spielabschnitt wiederum schmelzen ließen (61:67).

Der erste Bayreuther Erfolg in Berlin seit März 1994 (!) schien sich anzubahnen, als Hill per Dreier zum 76:61-Führung (32.) traf, zumal kurz zuvor Alba-Nationalcenter Johannes Thiemann nach zwei technischen Fouls der Halle verwiesen worden war. Doch weit gefehlt: Die Hausherren stellten nun auf Euroleague-Modus um und rührten in der Defensive Beton an. Fast sechs Minuten lang kamen die Bayreuther nunmehr zu keinem Korberfolg und mussten zusehen, wie die Hausherren Punkt um Punkt herankamen und an ihnen vorbeizogen. Erst ein mühsamer Korberfolg von Brandon Childress zum 85:78 beendete in der 38. Minute einen 24:0-Lauf zum der Albatrosse. Als erneut Childress zum 87:83 traf, keimte nochmals kurzzeitig Hoffnung auf, doch dann verstolperte Childress im folgenden Angriff und die Hausherren konnten einen 91:83-Sieg bejubeln.

„Es war nicht alles schlecht, wir haben gegen eine Euroleague-Mannschaft gut gekämpft, uns fehlte es im Endspurt aber dann einfach an Erfahrung“, analysierte Medi-Power Forward Jackson Rowe, der mit 19 Punkten eine neue persönliche Saisonbestleistung verzeichnete und auch bei den Rebounds (7) führend war. Ahmed Hill kam auf 18 Punkte, leistete sich aber sechs (!) Ballverluste. Kapitän Bastian Doreth ergatterte sich den 150. Ballgewinn seiner Bundesligakarriere.

Alba Berlin - Medi Bayreuth 91:83 (40:49)

Alba Berlin: Lo (4 Punkte), Smith (17/3 Dreier), Delow (3/1), Wetzell (10), Mattisseck (3/1), Schneider (3/1), Olinde (2), Thiemann (6), Sikma (12/1), Lammers (4), Blatt (13/4), Zoosman (14/2)

Medi Bayreuth: Childress (15/3), Hill (18/5), Diallo (0), Bruhnke (5/1), Doreth (2), Nikic (2), West (6/2), Young (8), Rowe (19/2), Grant (2), Kämpf.

Schiedsrichter: Nesa Kovacevic, Alexandra Pawlik, Zulfikar Oruzgani

Zuschauer: 7557.

Viertel: 27:20; 13:29; 21:18; 30:16.

 

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