Malcafé Paint me Von der Lehrerin zur Künstlerin

BAYREUTH. Direkt gegenüber der Stadtkirche betreibt die 28-jährige Blanka Barth ihr Malcafé mitten im Herzen Bayreuths. Dort, wo früher das Strickart-Café von Irma Fischer untergebracht war, kann man nun Keramik bemalen. Geplant war das alles so aber nicht, wie Barth im Kurier-Gespräch erzählt.

„Es war eine Fügung des Schicksals“, sagt sie darüber, wie sie zu den Räumen am Kirchplatz, direkt gegenüber der Stadtkirche, gekommen ist. Denn dass sie eines Tages ein Malcafé eröffnen würde, das hatte sie so nicht geplant. „Ich habe in Ungarn Lehramt studiert“, sagt Blanka Barth, eine schlanke junge Frau, die immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Sie setzt sich an den großen Maltisch, der direkt im Eingangsbereich steht. In der Mitte stehen schon Pinsel, Lineale und Bleistifte bereit. Und wohin man sieht, steht überall Keramik – Tassen, Schüsseln, Teller, Figuren. Manche bemalt, manche in Rohform.

Der Liebe wegen in Bayreuth gelandet

Einige Keramiken verkauft Barth, andere gibt sie nicht her. „An einigen Stücken hängt mein Herz“, gibt sie zu und lacht. Ganz leicht hört man Barths ungarischen Akzent, wenn sie spricht. Sie bietet Kaffee an – natürlich in einer selbst bemalten, grünen Tasse. „Der Liebe wegen bin ich in Bayreuth gelandet.“ Anfangs sei es für sie nicht leicht gewesen, einen Job zu finden – ihre Fächerkombination Medienwissenschaft und Film sei an bayerischen Schulen „nicht sehr gefragt“. Eine „kreative Idee“ musste her. Bereits in Ungarn war Barth öfter in Malcafés und hat „die ruhige Atmosphäre“ sehr geschätzt. „Ich dachte damals: Das ist aber ein schöner Arbeitsplatz“, erzählt sie lachend. Und auch in Deutschland gibt es Malcafés in vielen größeren Städten. Doch in Bayreuth fehlte so etwas noch.

Glückliche Fügungen führen zum eigenen Café

Blanka Barth hat sich das Malen auf Keramik selbst beigebracht, weil sie schon immer gerne Geschenke selbst gebastelt hat. Das Brennen im Ofen und die Glasurtechnik habe sie aber „in Kursen gelernt“. Und dann ging es – Fügung des Schicksals – in die Selbstständigkeit. Unterstützt habe sie immer ihr Ehemann, Daniel Barth. Und über die Familie hat sie Strickart-Café-Besitzerin Irma Fischer kennengelernt und mitbekommen, dass sie ihren Laden schließt. „Sie hat mir angeboten, dort das Malcafé unterzubringen. Und die Lage ist einfach perfekt. Es ist eine ruhige Ecke.“ Durch die vielen großen Fenster blickt man direkt auf die Stadtkirche.

Manche Kunden malen sechs bis acht Stunden

Während des Kurier-Gesprächs am späten Vormittag ist der Eingangsraum voller Hobbykünstler. „Fünf haben reserviert, zwei sind spontan gekommen“, sagt Barth. Bevor die sich ans Keramikmalen wagen, nimmt Barth sich viel Zeit. Neben dem Malraum im Eingangsbereich gibt es noch einen zweiten, so dass immer genug Platz da ist. Manche Kunden säßen sogar sechs oder acht Stunden bei ihr im Café und bemalen Keramik, die Barth vorher einkauft, erzählt sie. „Es ist für viele wie Meditation, sagen mir meine Kunden. Viele arbeiten in stressigen Jobs. Dann ist das ein guter Ausgleich.“

„Es kommen auch Männer zum Malen, aber kaum größere Gruppen.“

Ganz vom Unterrichten kommt die 28-Jährige aber dann doch nicht los. Neben ihrer Tätigkeit im Malcafé gibt sie auch noch Kurse in der Volkshochschule. Sie habe gerne mit Menschen zu tun, sagt sie, „meine Arbeit macht mir wahnsinnig viel Spaß“.
Zu ihr ins Café kommen mittlerweile immer öfter Firmenmitarbeiter, die dort als Teambuilding-Maßnahme malen, und auch zukünftige Bräute verbringen hier ihren Junggesellinnenabschied. „Es kommen auch Männer zum Malen, aber kaum größere Gruppen.“ Barth lacht und sagt: „Ich würde gerne sehen, wie diese zusammen in einer Gruppe Bierkrüge bemalen.“

 

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