Limmersdorfer Kerwa Punktlandung zum großen Tanz

Thurnaus Bürgermeister Martin Bernreuther (links) und der stellvertretende Bürgermeister Veit Pöhlmann vor dem sanierten Gemeindehaus in Limmersdorf. Foto: Werner Reißaus

THURNAU/LIMMERSDORF. Ab Donnerstag wird Tradition wieder gelebt und die Massen strömen nach Limmersdorf – zur Kirchweih rund um die uralte Linde mit dem Tanzpodest in der Baumkrone. Seit 1729 drehen Kerwaburschen und Kerwamadla rund um den Bartholomä-Tag am 24. August ihre Kreise um den alten Baum. Pünktlich zum diesjährigen Fest können die Ortsvereine auch das Gemeindehaus wieder nutzen.

Die Lindenkirchweih ist Kult – und das hat sich mittlerweile herumgesprochen. 2015 wurde sie als herausragendes Beispiel für lebendige kulturelle und identitätsstiftende Ausdrucksform auf die bundesweite und 2016 auf die bayerische Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Für die Auflage 2020 steuert der Markt Thurnau eine positive Meldung bei: Die Sanierung des ehemaligen Gemeindehauses wird in einer Art Punktlandung pünktlich zum Fest beendet sein. Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU): „Wir haben im Frühjahr begonnen. Es fehlen noch kleinere End-Arbeiten, aber vom Grundsatz her ist das Gebäude fertig und zur Lindenkirchweih nutzbar.“

Neues Behinderten-WC und neue Gemeinschaftsräume

Das Gebäude unterhalb der Tanzlinde ist im Besitz der Kommune; und soll den örtlichen Vereinen dienen. Die Finanzierung der Kosten von rund 550 000 Euro lief über das Amt für Ländliche Entwicklung mit Mitteln der Förderoffensive Nordostbayern. „Es war wichtig, eine Struktur in dem Haus zu schaffen“, sagt Bernreuther. Dazu gehören: ein behindertengerechtes WC und ein großer Gemeinschaftsraum, in dem vorwiegend der Verein zum Erhalt der Lindenkirchweih-Tradition sein Domizil hat. Außerdem wurde das Haus energetisch saniert und alle Räume bekamen neue Böden. Das Obergeschoss ist jetzt individuell nutzbar – etwa als Gemeinde-Wohnung oder Jugendraum. Bernreuther: „Darüber entscheidet der Gemeinderat.“

Museum soll entstehen

Doch rund um die Tanzlinde könnte sich bald noch mehr tun: Ein Ausstellungs- und Dokumentationszentrum soll die Geschichte der Tanzlinden und ihres Brauchtums erzählen – und das Ganze ganzjährig frei zugänglich, inklusive Archiv und Bibliothek. Modelle, Dioramen, Bild-, Text- und Filmmaterial sollen Tradition lebendig machen.

Ferner ist geplant, das Kirchweihareal umzugestalten und damit sicherer zu machen. Die Erschließung soll vom rückwärtigen Bereich aus erfolgen. Für das Projekt hofft man auf EU-Fördermittel aus dem Leader-Programm zur Förderung innovativer Aktionen im ländlichen Raum. Die lokale Aktionsgruppe Kulmbacher Land erteilte vor Kurzem ihre Zustimmung. Sie gibt bis zu 370 000 Euro als Anteil an der Gesamtförderung von einer Million Euro. Bernreuther: „Ich freue mich über die ersten Bewilligungen, muss aber gleichzeitig sagen, dass wir noch auf einige warten.“

Limmersdorfer dankbar

Stellvertretender Bürgermeister Veit Pöhlmann (FDP), Vorsitzender des Vereins der Förderung und Erhaltung der Lindenkirchweih-Tradition, sagt: „Wir sind dankbar, dass die erste Maßnahme mit dem Gemeindehaus geklappt hat. An den weiteren Projekten sind wir dran und versuchen Zuschüsse zu erhalten. Unsere Aufgabe ist es, ein Konzept zu schmieden, das finanzierbar ist.“


Das Programm:

  • Donnerstag: Auftakt mit der „Wirtshaus-Kerwa“ in der Pöhlmann’schen Gastwirtschaft.
  • Freitag: Gastwirt Pöhlmann lädt erneut zu fränkischen Spezialitäten und deftigen Brotzeiten ein.
  • Samstag: Den Start bildet ein Kirchenkonzert mit „Main Line Gospel“. Um 19.30 Uhr sticht Bürgermeister Martin Bernreuther das erste Kerwa-Bier an. Danach Festzeltbetrieb mit den „Safaris“.
  • Sonntag: Los geht es traditionell mit dem Gottesdienst. Um 13 Uhr startet der Umzug durchs Dorf mit Platzhammel und Biersprenger – begleitet von „Ansbachtaler Musikanten“. Danach Tanz auf der Linde mit „Hofi“ – inklusive Preiskegeln auf der Sandkegelbahn. Ab 15.30 spielt Musikverein Thurnau; um 16 Uhr Kirchenführung.
  • Montag: „Manni und seine Rebellen“ spielen ab 10 Uhr zum Frühschoppen. Ab 14 Uhr erneut Festumzug und Preiskegeln. Zum Tanz auf der Linde spielt Peter Birk. Ab 19 Uhr stehen wie in den Vorjahren die „Telstars“, die es schon seit 55 Jahren gibt, auf der Bühne. Um 22 Uhr wird der Platzhammel verlost.
  • Dienstag: Um 18 Uhr beginnt der Dämmerschoppen mit „Manni und seinen Rebellen“. Um 20.30 Uhr wird der Biersprenger versteigert, um 22 Uhr endet die Kirchweih mit dem „Lizza-Begräbnis“.

Weitere Informationen unter: www.lindenkirchweih.de

 

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