Limmersdorf Auf der Linde wird wieder getanzt

Melitta Burger
Tanz in einer mächtigen Baumkrone: Das und mehr wird bei der traditionsreichen Lindenkirchweih in Limmersdorf geboten. Foto: /Archiv

Die Limmersdorfer Lindenkirchweih ist seit vielen Jahren ein Besuchermagnet. Das liegt an dem lauschigen Platz, uraltem Brauchtum und einem tollen Unterhaltungsprogramm.

Die Lindenkirchweih in Limmersdorf ist etwas Besonderes. Nicht von ungefähr ist sie bereits vor Jahren bereits ins deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Das Expertenkomittee Immaterielles Kulturerbe hat dieser Kirchweih ein hohes Prädikat verliehen: Lokal verankert und identitätsstiftend sei diese Kirchweih, von Generation zu Generation werde das Brauchtum durch aktives Tun weitergeben. Beispielgebend entspannt sei diese Traditions- und Brauchtumspflege und ein selbstverständlicher Teil der gesellschaftlichen Kultur des Dorfes.

Auch den bayerischen Heimatpreis durften die Verantwortlichen für dieses Traditionsfest im vergangenen Jahr in Empfang nehmen.

Vom 27. bis 30. August können die Limmersdorfer und ihre vielen Gäste aus Nah und Fern dieses besondere Fest wieder genießen, auch wenn dieses Jahr zum Neustart nach der Corona-Zwangspause nicht wie sonst üblich die Platzpaare, sondern der „Verein zur Erhaltung und Förderung der Limmersdorfer Kirchweihtradition“ die Organisation übernimmt.

Haxenschlacht und deftigen Brotzeiten

Die Limmersdorfer Lindenkirchweih hat weithin einen so guten Ruf, dass der „Plotz“, wie die Dorfbewohner das Areal rum um die mächtige Tanzlinde nennen, immer rappelvoll ist, wenn dort gefeiert wird.

Die Lindenkirchweih zählt immerhin zu den schönsten und ursprünglichsten Kirchweihfeste in ganz Franken. Auftakt ist wie immer bereits am Donnerstag, 25. August, mit der „Wirtshaus-Kerwa“ in der Pöhlmann’schen Gastwirtschaft direkt neben der Linde. Und auch am Freitag, 26. August, wird im Wirtshaus Kerwa gefeiert.

Gastwirt und Vorsitzender des Limmersdorfer Kirchweihvereins Veit Pöhlmann sagt voller Freude: „Endlich wieder Kirchweih“, und lädt ein zu fränkischen Spezialitäten von Schüpf bis zur Haxenschlacht und deftigen Brotzeiten.

Das Kirchweihfest rund um die Linde beginnt am Samstag, 27. August traditionell um 19.30 Uhr, wenn Bürgermeister Martin Bernreuther das erste Fass Kerwa-Bier ansticht. Danach ist Festzeltbetrieb mit den „Bayernmän“.

Der Kirchweih-Sonntag beginnt ebenfalls traditionell um 10 Uhr mit dem Festgottesdienst. Um 13 Uhr macht sich der Festumzug mit Platzhammel und Biersprenger auf den Weg durchs Dorf. Dabei werden die Teilnehmer des Umzugs von den „Ansbachtaler Musikanten“ begleitet.

Nach der Rückkehr zum Lindenplatz ist Tanz auf der Linde mit „Hofi“, und es gibt Kaffee, frische Küchla und Kuchen sowie das ebenfalls traditionelle Preiskegeln auf der Sandkegelbahn. Für Unterhaltung sorgt ab 15.30 Uhr der Musikverein Thurnau. Wer etwas tiefer in die Limmersdorfer Geschichte blicken mag, kann sich um 16 Uhr einer Kirchenführung anschließen.

„Weil’s su schee is“

„Manni und seine Rebellen“ bereichern am Kirchweih-Montag den um 10 Uhr beginnenden Frühschoppen, bei dem Blaugesottene aufgetischt werden, danach ist um 14 Uhr nochmals ein Festumzug, es gibt eine weitere Runde Preiskegeln auf der Sandkegelbahn. Ab 19 Uhr ist Tanz auf der Linde mit Hansi Hümmer. Ab 20 Uhr lssen es dann „Speedy, Karl-Heinz und Sängerin Nina“ krachen. Traditionell ist an diesem Abend besonders viel los auf dem Festplatz rund um die Tanzlinde. Um 22 Uhr wird an diesem Abend auch der Platzhammel verlost, der die beiden Tage zuvor die Umzüge angeführt hat.

Wie immer feiern die Limmersdorfer auch am Dienstag nochmals Kirchweih, einfach „weil’s su schee is“. Um 18 Uhr beginnt der Dämmerschoppen zum Kirchweih-Ausklang. Musikalisch verschönern „Manni und seine Rebellen“ den letzten Kerwa-Abend. „Schwarzfleisch mit Kließ“ steht auf der Speisenkarte. Um 20.30 Uhr wird der Biersprenger versteigert und um 22 Uhr findet dann das traditionelle „Lizza-Begräbnis“ statt.

Weitere Informationen über die Limmersdorfer Lindenkirchweih gibt es im Internet unter www.lindenkirchweih.de

Fest mit eigener Sprache

Am Sonntagmorgen nehmen die “Plootzer”, die Platzpaare am Festgottesdienst teil. Die vier Platzpaare holen sich am Sonntag und Montag im Rahmen des Festzuges gegenseitig von zu Hause ab („Rumspielen”). Bei diesem Marsch durchs Dorf sind neben Gästen und der Musik der blumengeschmückte Hammel („Plootzhem`l“) und eine mit Bier gefüllte Gießkanne („Bierspreger“) zum Nachfüllen der handbemalten Bierkrüge der Plootzborsch`n dabei.

Nach Ankunft an der Tanzlinde tanzen die Platzpaare unter der Linde. auf. Danach sucht sich jeder aus dem Publikum einen Tanzpartner, der ein Blumensträußchen erhält („Sträußlesbum, Sträußlesmadla”).

Nach diesem „Kerwa aufspielen” geht es über die Treppe („die Lizza”) zum Tanzboden („Bruck“).

Am Montagabend wird der nicht mehr benötigte „Plootzhem`l” verlost und mit Marschmusik zum neuen Besitzer begleitet.

Am Dienstagabend endet die Limmersdorfer Lindenkirchweih, nachdem der „Biersprenger” mit Füllung versteigert wurde, mit einer humorvollen „Predigt” des „Kerwa-Pfarrers” über den Ablauf und die Vorkommnisse der Kirchweihtage und dem Einholen der “Lizza”. „Aus is“ heißt dann die traurige Botschaft.

 

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