Liegender Löwe Skulptur bewacht Berliner Galerie

Der «Liegende Löwe» des Künstlers August Gaul aus der Alten Nationalgalerie wird vor der James-Simon-Galerie durch ein Logistikunternehmen mithilfe eines Krans ausgeladen. Der Löwe wird in Zukunft im Eingangsbereich der James-Simon-Galerie auch an die Enteignung der Kunstsammlung des Verlegers und Mäzens Rudolf Mosse erinnern. Foto: Gerd Roth/dpa

BERLIN. Ein geschichtsträchtiger «Liegender Löwe» wacht künftig über den zentralen Empfang auf der Berliner Museumsinsel. Die mehr als eine Tonne schwere Steinskulptur von August Gaul (1869-1921) wurde am Mittwoch mit einem Kran über den eindrucksvollen Treppenaufgang in die neue James-Simon-Galerie gehoben.

Der Bau von Stararchitekt David Chipperfield soll am 12. Juli im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel eröffnet werden. Der Komplex dient künftig als Empfangsgebäude und Besucherzentrum für die Museumsinsel im Herzen Berlins. In direkter Nachbarschaft locken dort Altes Museum, Neues Museum, Alte Nationalgalerie, Bode-Museum und Pergamonmuseum jährlich rund 2,5 Millionen Besucher an.

Der Löwe steht für wechselvolle deutsche Kulturgeschichte. Die 1903 beendete Skulptur hatte der Verleger und Mäzen Rudolf Mosse (1843-1920) für seine Sammlung in Auftrag gegeben. Der Löwe bewachte ein prachtvolles Palais mit der Sammlung, die den Erben 1933 durch die Nazis entzogen wurde. Später versteigerten Auktionshäuser viele Arbeiten. Das Palais wurde im Krieg zerstört, die Skulptur widerstand zwischen Trümmern.

Im geteilten Berlin gelangte die Skulptur als Schenkung des Ost-Magistrats in die Nationalgalerie (Ost) und nach der Wende in die heutige Alte Nationalgalerie. 2015 wurde das Werk nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz an die Erben zurückgegeben - und ein Jahr später für die Alte Nationalgalerie rechtmäßig erworben. Nach einer umfangreichen Restaurierung soll der «Liegende Löwe» nun dauerhaft in der James-Simon-Galerie bleiben.

 

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