Der schwere Alltag im Donbass
Das Bild auf dem Plakat führt ins Bayreuther Kunstmuseum, das dem 1969 in Luhansk in der Ostukraine geborenen Fotokünstler noch bis 9. Juni erstmals eine Ausstellung widmet. Seit dem Zerfall der Sowjetunion hat Chekmenev das karge Leben der Menschen in der Ostukraine festzuhalten. In der Grenzregion zu Russland fotografierte er Menschen auf der Straße, Zuhause in privaten Situationen und bei der Arbeit. Eine ganze Region litt damals unter den Folgen des politischen Umbruchs und der wirtschaftlichen Krise. Spätestens seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine stehen die Gebiete um Donezk und Luhansk wieder im Fokus der Weltöffentlichkeit. Die Fotografien, die jetzt in Bayreuth zu sehen sind, stammen aus Chekmenevs Privatarchiv und dem Museum der Charkiwer Schule der Fotografie. „Die Fotografien zeichnen sich durch eine unglaubliche Ästhetik aus“, sagt Kulturreferent Benedikt Stegmayer beim Rundgang durch die Ausstellung. Über sein Netzwerk war es gelungen, die größtenteils in Schwarz-Weiß gehaltenen Fotografien nach Bayreuth zu holen. Für das Museum sei es wichtig, sich inhaltlich weiterzuentwickeln. Mit der Fotoretrospektive leiste es einen brandaktuellen Beitrag zum Ukraine-Krieg, so Stegmayer.