Kulinarische Reise Stefan Ruckriegel serviert ein dreigängiges Weihnachtsmenü

Stefan Ruckriegel kochte im Möbelhaus Pilipp ein leckeres Weihnachtsmenü. Foto: Andreas Harbach

BINDLACH. Ein leckeres Weihnachtsmenü, das ohne viel Aufwand nachgekocht werden kann: Das hat Stefan Ruckriegel vom gleichnamigen Gasthaus in Seybothenreuth versprochen. Und er hat die Gäste der „Kulinarischen Reise“ in Bindlach nicht enttäuscht.

Ein weihnachtliches Drei-Gänge-Menü „mit Südtiroler Flair“, kündigte der 29-Jährige den Männern und Frauen an, die in der Showküche des Möbelhauses Platz genommen hatten. Ruckriegel hat originelle Ideen. So servierte er als Vorspeise eine herzhafte Crème-Brulée aus Hokkaido-Kürbis mit Garnelenspießen an einem Salat mit Tomatendressing. Normalerweise ist die Crème Brulée ein klassisches, französisches Dessert aus Vanillecreme und mit Zucker überbacken.

Der Kürbis wurde geschält, zerkleinert und in Folie gepackt und mit Zitronensaft, Butter, Salz, Muskat und Kürbiskernöl gewürzt. „Hokkaido muss doch eigentlich nicht geschält werden“, bemerkte eine Frau aus dem Publikum. Doch Ruckriegel erklärte, aufgrund seiner Erfahrung als Koch würde er das Schälen empfehlen. Für eine Crème dürfte es unerlässlich sein, denn diese wird ganz fein püriert und durch ein Sieb passiert. Dadurch bekam die Vorspeise eine perfekte, butterweiche Konsistenz. Mit Kreuzkümmel und Koriander, vielleicht etwas Curry, wird Ruckriegels Kreation „zur herzhaften Variante“ der bekannten Süßspeise.

Die Vorspeise ist Ruckriegel zufolge gut mit einem leichten Weißburgunder zu kombinieren, zum Hauptgang passt ein trockener, vollmundiger Merlot. Beide bezieht er aus Südtirol von der St. Pauls Kellerei Cantina. Der Koch sammelte unter anderem in einem Münchner Sheraton Hotel wertvolle Erfahrungen. Daher stamme seine Vorliebe für die asiatische Küche, wie er erzählte. Gern verwendet er dem entprechende Gewürze und garniert kleinere Speisen mit Nüssen. „Ich liebe die Abwechslung“, sagte er. In der Küche könne er immer wieder neue Ideen entwickeln und Dinge ausprobieren.

Die Gäste waren jedenfalls schon nach der Vorspeise angetan. Was an den Kommentaren wie „So kann’s weitergehen“ und „Das ist mal was anderes“ zu bemerken war. Der Hauptgang, eine klassische Gänsebrust, wurde im eigenen Saft und Zwiebeln, Karotten, einem Apfel und etwas Beifuß geschmort. Zum Wirsing mit Pinienkernen gab es jedoch keinen Semmelkloß oder Klöße, sondern Rohnenknödel aus Roten Beten. Fleißiger Helfer, meistens im Hintergrund in der zweiten Küche tätig, war Christian Langbein. Ruckriegel kennt ihn seit seiner Kochlehre im Jagdschloss Thiergarten und war obendrein sein Trauzeuge. Denn ohne das typische „Ich habe da mal was vorbereitet“ kam auch diese Kochshow nicht aus.

Krönender Abschluss: Ein Dessert aus Schokolade und Grieß und dazu eine Orangen-Zabaione. Die Schoko-Grießflammeri bereiteten die Köche mit Weizengrieß zu, das zunächst fünf Minuten quellen muss. Die Zabaione wurde mit einem Schuss Grand Manier und etwas Marsala abgeschmeckt.

Seit 2016 veranstaltet der Kurier die beliebten Kulinarischen Reise. Je vier Kochabende im Jahr drehten sich um vegetarische, israelische, fränkische, griechische und spanische Küche. Es wurde gegrillt, es gab Burger und Rindersteak und Wildfleisch aus heimischen Wäldern. Die Köche aus der Region ließen sich Valentinstags-, Oster- und Weihnachtsmenüs einfallen.

 

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