Künftiger Medi-Trainer „Neues Team mit eigenem Stil“

Eberhard Späth
Noch ist Lars Masell (links) voll eingespannt bei den Riesen Ludwigsburg. Zusammen mit David McCray (rechts) berät er Trainer John Patrick (Mitte) bei der Suche nach einem Weg, um Titelverteidiger Alba Berlin im Playoff-Halbfinale in Bedrängnis zu bringen. Foto: Imago/Nordphoto/Hafner

Der langjährige Assistent von Raoul Korner wird in der kommenden Saison der Basketball-Bundesliga dessen Nachfolge als Trainer bei Medi Bayreuth antreten. Wird sich also gar nicht viel ändern? Unter anderem zu dieser Frage äußert sich Lars Masell und verspricht: „Die neue Mannschaft wird ihren eigenen Stil spielen.“

Eigentlich hat Lars Masell noch gar keine Zeit, sich mit seinem ersten Amt als Cheftrainer in der Bundesliga zu befassen, das er in der kommenden Saison bei Medi Bayreuth antreten wird. Schließlich ist er aktuell noch ausgelastet mit seinen Aufgaben als Assistent von John Patrick bei den Riesen Ludwigsburg, die im Playoff-Halbfinale gegen Titelverteidiger Alba Berlin an diesem Mittwoch bei 0:2-Rückstand im ersten Heimspiel gegen das vorzeitige Aus ankämpfen wollen.

Für die Internetseite seines künftigen Klubs machte er aber eine Ausnahme und gab Pressesprecher Sven Ammon einige Einblicke in seine gegenwärtige Situation und seine zukünftigen Vorstellungen.

„Ich vergleiche das immer so ein bisschen mit der Situation, wenn man ein Kind bekommt“, beschreibt Masell die mehrfache Herausforderung. „Du kriegst plötzlich noch einmal einen Schub Extra-Energie, kommst mit weniger Schlaf aus, brauchst weniger Pausen, denn die ganze Zeit bewegt sich dein Kopf aufgrund der vielen Aufgaben. Einfach ist es sicherlich nicht, aber die Energie dafür ist plötzlich da und macht es möglich.”

Beim Ausblick auf die kommende Zeit in Bayreuth begegnet der langjährige Assistent des bisherigen Medi-Trainers Raoul Korner den Spekulationen, dass er mehr oder weniger die Arbeit seines Vorgängers kopieren werde: „Das wird nicht der Fall sein, denn unsere neue Mannschaft wird ihren eigenen Stil spielen und diesen auch prägen. Es werden neue Charaktere und Persönlichkeiten zusammenkommen und sich zu einer neuen Mannschaft entwickeln. Natürlich wird man im Spiel Elemente sehen, die hier in Bayreuth oder von anderen Mannschaften vorher schon gespielt wurden, aber letztlich soll die Mannschaft ihren individuellen Stil haben und man diesen dann auch erkennen können.”

Die Defensive werde dabei eine wesentliche Rolle spielen: „Für mich als Trainer war Basketball schon immer auf Verteidigung betont. Ich möchte es hinbekommen, dass man sieht, dass Bayreuth verteidigt!”

Dabei kann sich der neue Coach aber auch vorstellen, auf Spieler aus dem Kader der abgelaufenen Saison zu bauen: „Ja, da gibt es schon ein paar interessante Spieler. Da sich genau diese Spieler auch für höhere Aufgaben beworben haben, stellt sich natürlich immer auch die Frage, ob man sich das dann noch leisten kann. Das dürfte sehr spannend werden.“

Spannung gehört gerade ohnehin zu den Gefühlen des 41-Jährigen beim Blick auf seine neue Rolle als Cheftrainer: „Natürlich war die Freude am Anfang da, doch fast gleichzeitig mit der Freude kam auch das Bewusstsein über die große Verantwortung, die in dieser Aufgabe steckt.“

Große Aufregung, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem ersten Training unter seiner Leitung oder dem Saisonstart, verspüre er aber nicht: „Ich habe gerade einfach verschiedene Aufgaben zu erfüllen: in Ludwigsburg ist es die laufende Playoff-Serie gegen Berlin, und in Bayreuth dreht sich alles um Staff und Spieler. Ich gehe hier Step-by-Step und weiß, was ich zuerst brauche: Staff, Spieler, die Idee, Training und dann die Spiele. Gerade jetzt, da so viel auf einen einprasselt, ist es wichtig, alles Schritt für Schritt zu erledigen. Manchmal muss man sogar einen Schritt zurücknehmen, manches auch einmal zurück schieben, um es dann von außen nochmals zu betrachten.”

 

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