Smart, stark, integer: Die heutige Raumfahrer-Generation knüpfe an das überlieferte Bild von Gagarin an, sagen Branchenkenner. „In jedem Raumfahrer steckt etwas, das an Gagarin erinnert“, sagt Klimentow. Jeder setze sich klare Ziele, sei gut ausgebildet und sportlich. Das gelte sowohl für russische Kosmonauten wie Anton Schkaplerow, der seit Dezember auf der Internationalen Raumstation ISS im Einsatz ist, als auch für Gerst, der bei seiner zweiten Mission diesen Sommer der erste Deutsche Kommandant der Station wird.
Helden haben es heute schwerer
Für René Pischel, Vertreter der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Moskau, ist Gerst ein Held der heutigen Zeit. „Etwas so komplexes wie die Raumfahrt lässt sich am besten über Personen vermitteln. Gerst macht das aus meiner Sicht sehr erfolgreich, und er hat das richtige Talent, mit seinen Büchern und seiner Medienarbeit junge Menschen für die Wissenschaft zu begeistern“, sagt Pischel. Unter dem Namen „Astro-Alex“ ist Gerst vor allem bei Twitter sehr aktiv.
Auch heute würden Helden gebraucht, doch sie hätten es schwerer, sagt Pischel. „Die Zeiten, in denen es ein erstes Mal gab, sind vorbei. Dadurch wird die Leistung der Raumfahrer heute aber nicht geringer. Sie ist nur schwieriger als Heldentat rüberzubringen“, sagt er. Auch Klimentow findet: „Vielleicht ist die Technik heute eine andere, aber sie riskieren nicht weniger als die ersten Kosmonauten.“