2G-Regelung Pegnitzer Händler erwarten Umsatzeinbußen

Frank Heidler
Ganz so schlimm wie es auf dem Schild steht, wird es nicht kommen. Dennoch befürchten die Pegnitzer Einzelhändler Nachteile für ihr Geschäft und geringere Umsätze. So idyllisch sich die Innenstadt derzeit präsentiert, die Einzelhändler haben davon nicht viel bis gar nichts. Foto: dpa/Christoph Soeder

Bei der 2G-Regelung fügen sich die Pegnitzer Geschäftsleute ins Unvermeidliche.

Pegnitz - Die Begeisterung über die gerade erst verabschiedete 2 G-Regelung im Handel hält sich bei den heimischen Geschäftsleuten in Grenzen. Dennoch will sich jeder Ladeninhaber und jede Geschäftsfrau daran halten. Das ergab eine aktuelle Kurzumfrage.

Margit Ponfick (Lederwaren Voit): Ich akzeptiere diese Regelung selbstverständlich. Aber es ist ungerecht, wenn die Buchhandlungen öffnen dürfen und die normalen Händler wie wir nicht. Ich rechne fest damit, dass die Verkaufszahlen drastisch zurückgehen werden. Leider ist das mal wieder so ein Schnellschuss der Politik. Die App zum Kontrollieren der Impfnachweise habe ich mir bereits aufs Handy herunter geladen. Probleme sehe ich bei der Umsetzung. Ich kann doch nicht die Ladentüre verschließen. Natürlich weiß ich, dass etwas passieren musste.

Ida Langer (Mode Langer): Wir haben heute im Geschäft darüber gesprochen, wie wir das umsetzen. Wir halten uns daran und bringen Schilder an der Eingangstür an, wo Kunden warten sollen. Dann wird das funktionieren. Eine ältere Dame hat mir ihr Plastikkärtchen mit dem Impfnachweis gezeigt. Das ist prima, das lasse ich mir auch machen. Es ist gut, wenn die Läden nicht mehr geschlossen bleiben müssen, wie das im Vorjahr der Fall gewesen war. Von Kunden habe ich bisher keine Beschwerden zur 2 G-Regelung gehört.

Michael Bauerschmitt (Modehaus Pegnitz): Ich finde das beschämend, dass die Pandemiebekämpfung wieder auf dem Rücken der kleinen Händler erfolgt. 2 G ist kein wirklicher Beitrag zur Bekämpfung von Corona. Bei uns im Laden hat es noch nie einen Ansteckungsfall gegeben. Alle Kunden tragen FFP2-Masken. Eigentlich ist 2 G eine indirekte Impfpflicht. Deshalb sollte man das auch so benennen. Die Frage ist, was soll das für uns bringen? Das jetzt vorgeschriebene 2 G in Geschäften haben mit der Bekämpfung der Situation und den hohen Inzidenzwerten nichts zu tun.

Karin Hermann (Hermanns Holzlädla): Die genaue Umsetzung von 2 G ist mir noch nicht klar. Bei uns trägt jeder eine Maske. Leider müssen es jedes Mal die kleinen Einzelhändler büßen. Ich gehe schon davon aus, dass wir wegen 2 G weniger Umsatz machen werden. In der Zeit, wo bei mir drei Kunden kommen, sind es im Supermarkt 50. Aber dort gilt keine 2 G-Regelung. Es ist für uns halt ein zusätzlicher Aufwand, ich kann da nicht extra jemand einstellen. Schon jetzt sagt ja jeder Kunde beim Betreten des Geschäftes: ,Ich bin geimpft’.

Brigitte Kießling (Raumgestaltung): Ich glaube nicht, dass wegen 2 G weniger Kunden kommen werden. Die Frage ist aber, wie läuft es andersrum? Wir sind regelmäßig in den Häusern von Kunden zum Ausmessen. Da bin ich mir nicht sicher, ob die tatsächlich alle geimpft sind. Wir sind kein Durchgangsgeschäft und haben darum entsprechend weniger Kundenfrequenz. Aber wenn es hilft, bin ich auch für 2 G.

Gerhard Wagner (Wagneria): Wir wissen noch gar nicht, ob wir von der 2G-Regel betroffen sind oder ob für uns die Ausnahmeregel für Geschäfte des täglichen Bedarfs gilt. Ich habe erst am heutigen Freitag wieder beim Einzelhandelsverband angerufen, um Genaueres zu erfahren. Wir verkaufen auch Feinkost, Süßwaren oder Tee. Das letzte Mal waren wir unter Lebensmittel eingeordnet worden. Grundsätzlich ist diese 2 G-Regel besser, als wenn jedes Mal das Geschäft zugesperrt werden müsste. Für die Kollegen ist das jetzt natürlich ganz schön blöd. Leider hat die Politik wieder einmal viel zu spät gehandelt.

Michael Holz (Buchhandlung Faust): Wir kennen noch nicht die aktuellen Beschlüsse für Bayern, und ob 2 G für uns gilt. Grundsätzlich halte ich es für nötig, die Kontakte zu beschränken. Wir werden die Impfnachweise unserer Kunden kontrollieren. Wahrscheinlich wird es ein bisschen Umsatzrückgang geben. Das war letztes Jahr auch so. Mit der wahrscheinlichen Impfpflicht wird es nächstes Jahr besser.

Carola Förster (Die Goldschmiede): Wir müssen das für die Gesundheit unserer Kunden und für den Eigenschutz machen. Wenn sich mehr impfen lassen würden, bräuchte es das alles gar nicht. Ich weiß nicht, ob mein Umsatz zurückgehen wird. Ich habe mir schon beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 eine Webseite zugelegt, das klappt eigentlich sehr gut. Da kann man auch einen Flyer mit den Angeboten herunterladen. Gerade erst kommt ein Kunde von weiter her, um sich die Trauringe abzuholen, die er online ausgesucht hatte.

 

Bilder