Ein-Mann-Müllsammelaktion Junger Buchauer sammelt den Unrat anderer

Der junge Buchauer hat einiges gefunden: Kaffeebecher, Zigarettenschachteln und eine große Plane. Foto: Cedric Saubert

Ein Jugendlicher kriecht vier Stunden lang durch das Gebüsch am Schotterweg zwischen Pegnitz und Buchau. Dabei findet er nicht nur Kaffeebecher, Papier-Taschentücher und Zigarettenschachteln, sondern auch eine Toastbrottüte, leere Raumduft-Sprühflaschen und eine große Plastikplane. So geschehen am Samstag bei einer spontanen Ein-Mann-Müllsammelaktion.

Pegnitz - „Wer macht sich denn die Mühe, die große Plane mitzuschleppen und dann im schwer zugänglichen Gebüsch zu entsorgen?“, fragt sich Cedric Saubert aus Buchau. „Eigentlich bin ich davon ausgegangen, ein paar Taschentücher zu finden. Doch dass der Anhänger voll sein wird – damit habe ich keinesfalls gerechnet“, gibt der 17-Jährige zu.

Die Idee zu der Müllsammelaktion am Samstagnachmittag hatte er spontan. Er sei bei einem Kumpel gewesen und habe den selbst gebauten Fahrradanhänger gesehen, der schon länger nicht mehr in Betrieb war. Eigentlich verwenden er und seine Freunde ihn, um Bier zu holen. „Wir sind ja Dorfkinder“, sagt er lachend. „Ich hatte nichts anderes vor und deswegen dachte ich, dass ich mit dem Anhänger den Müll sammeln könnte.“

Gesagt, getan: Bei Sonnenschein war der Buchauer vier Stunden lang auf dem Weg unter der Guyancourt-Brücke unterwegs und hat das Gebüsch nach Müll durchkämmt. Wegen der Kurzfristigkeit hat er nicht daran gedacht, Handschuhe mitzunehmen, weshalb er sich in den Büschen die Hände zerkratzt hat. „Aber das ist nicht so schlimm“, sagt er.

Der Müll an der Strecke ist dem Jugendratsmitglied schon öfter aufgefallen, weil es den Weg nutzt, um mit dem Fahrrad zu Freunden oder zur Oma nach Pegnitz zu fahren. Dabei ist ihm schon öfter ein Mann begegnet, von dem er denkt, dass dieser seine Zigarettenschachteln in der Natur entsorgt. „Nächstes Mal spreche ich ihn darauf an“, hat er sich vorgenommen.

„Ich will mit dieser Aktion nicht nur den Wanderweg wieder etwas ansehnlicher machen, sondern damit auch zeigen, dass wir Jugendliche nicht nur mit sechseckigen Augen vor der Konsole sitzen“, betont Saubert.

 
 

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