Integrationsbeirat Rathaus macht es sich leicht

Symbolfoto: dpa

KOMMENTAR. Die Zuwanderer müssen ihren Platz in Bayreuth finden. Und zwar nicht am Rand, sondern in der Mitte. Ihre Integration darf nicht scheitern. Sonst bekommt die Stadt ein Problem, das sie so schnell nicht wieder los wird. Zuwanderer sich selbst zu überlassen, hat verhängnisvolle Folgen.

In den vergangenen drei Jahren haben die Ehrenamtlichen im Integrationsbeirat viel geleistet. Der multinationale Kreis – die Vereinten Nationen von Bayreuth – hat zunächst erst mal lernen müssen, miteinander zurecht zu kommen.

Doch dann zeigte die Vollversammlung schnell, dass sie auch handlungsfähig ist. Aktionen wie der Engel der Kulturen, der Dialog zwischen Christen und Muslimen und die Teilnahme am Faschingszug setzten sichtbare Ausrufezeichen im gesellschaftlichen Leben der Stadt.

Doch Integrationsarbeit ist viel mehr. Sie räumt die vielen kleinen bürokratischen Hürden aus dem Weg, die Zuwanderer überwinden müssen, wenn sie Fuß fassen wollen. So ist beispielsweise die Anerkennung von Zeugnissen und Diplomen eine existenzielle Frage für Menschen mit beruflicher Qualifikation. Gleichermaßen nützlich ist einem Fremden auch etwas Durchblick beim System der medizinischen Versorgung, wenn er ärztliche Hilfe braucht. In beiden Bereichen war der Integrationsbeirat aktiv.

Die Ehrenamtlichen haben in den zurückliegenden Jahren geackert. Sie haben gute Grundlagen gelegt. Und da ist es auch sinnvoll, wenn nicht gleich alle Mitglieder ihre Posten räumen. Wenn einige bleiben, dann kann das Gremium kontinuierlich weiterarbeiten.

Im Oktober tritt der neue Integrationsbeirat zusammen. Er wird dann Wege finden müssen, um in Zukunft noch näher an die Zuwanderer heranrücken zu können. Die tägliche Arbeit für das gute Miteinander in der Stadt braucht einen langen Atem. Dabei überwiegend auf den Idealismus von Ehrenamtlichen zu bauen, ist riskant. Da macht es sich das Rathaus zu leicht. Denn erfolgreiche Integration ist zu wichtig für die künftige Entwicklung der ganzen Stadt.

udo.bartsch@kurier.de

 

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