Industriegebiet Baut Emons bald in Thurnau?

Die Spedition Emons mit Sitz in Himmelkron will den Betrieb um eine Logistikhalle erweitern. Mit der Gemeinde Thurnau gibt es bereits Verhandlungen. Foto: Nils Katzenstein

THURNAU/HIMMELKRON. Das neue Gewerbegebiet in Himmelkron in der Größe von 24 Hektar ist umstritten. Davon könnte jetzt der Markt Thurnau profitieren. Die Spedition Emons meldete bereits Interesse an neuen Flächen an.

Wo sich das Unternehmen mit dem Stammsitz in Himmelkron niederlassen könnte, darüber ist bislang offiziell wenig zu erfahren. Aus dem Thurnauer Rathaus wird zwar bestätigt, dass es Gespräche mit der Spedition gebe. Genaueres könne jedoch noch nicht gesagt werden, weil es noch keinen Vertragsabschluss gebe. Die Verhandlungen sind offenbar noch im Gange.

Logistikfläche im Raum Bayreuth gesucht

Auf der Homepage der Spedition steht zu lesen, dass im Jahr 2019 im Raum Bayreuth eine Investition in Höhe von 16 Millionen Euro geplant sei. Dafür sucht das Unternehmen offenbar dringend nach Erweiterungsflächen. Im Jahr 2019 sollen nach eigenen Angaben drei Neubauten umgesetzt werden: Zwei Logistik-Standorte und eine Stückgutanlage mit Logistikanteil.

Eine Logistikfläche von 10.000 Quadratmetern wird im Raum Offenburg für 11,5 Millionen Euro angelegt. Im Raum Bayreuth soll eine 16.000 Quadratmeter große Logistik-Fläche entstehen. Derzeit verfügt Emons über 24 Logistik-Standorte.

Insgesamt will Emons 2019 fast 50 Millionen Euro investieren. Der Transport- und Logistikspezialist beschäftigt an 101 Standorten in 19 Ländern rund 3000 Mitarbeiter. Sollte die Firma ihre neue Logistikhalle in Thurnau bauen, könnten auch dort neue Arbeitsplätze entstehen.

Konrad Friedrichs German Carbide sorgt vor

Über die Entwicklung des Industriegebietes kann Thurnaus Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) nicht klagen. "Wir haben gute Unternehmen gefunden, die zu uns passen. In den vergangenen vier Jahren konnten wir sieben Unternehmen ansiedeln."

Darunter ist die Konrad Friedrichs German Carbide, eine Tochter der Gühring KG. Der Hauptsitz des 1987 gegründeten Betriebs für Präzisionswerkzeuge aus Hartmetall bleibt in Kulmbach. Weil dort die Räumlichkeiten ausgeschöpft sind, beschloss die Konrad Friedrichs GmbH & Co. KG eine Betriebserweiterung am Standort Thurnau.

Der Spatenstich dafür erfolgte im September 2018. "Für uns eröffnet sich damit die Möglichkeit, deutlich zu wachsen", sagt Betriebsleiter Thomas Dambacher im Gespräch mit dem Kurier. "Mit unserem Grundstück haben wir für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vorgesorgt."

Die Fläche ist 60.000 Quadratmeter groß - höchstens ein Viertel davon wurde bisher bebaut. n der A 70 entstehen eine große Produktions- und Logistikhalle. Hinzu kommen Büro- und Sozialräume für gut 50 Mitarbeiter. In der 200 Meter langen und 45 Meter breiten Halle werden der Sinterofen und die Technik untergebracht. Versand, Schleiferei und Qualitätssicherung ziehen ebenfalls um.

Der Auszug in Kulmbach ist bis Ende des Jahres geplant, die Eröffnung in Thurnau soll im Oktober sein. Nach Thurnau zu ziehen, sei eine "bewusste Entscheidung" gewesen, so Dambacher. "Die Verkehrsanbindung ist attraktiv und wir haben von der Gemeinde viel Wertschätzung erfahren."

Unternehmen sollen zur Gemeinde passen

Laut Bürgermeister Bernreuther legt die Gemeinde Wert darauf, dass im Industriegebiet neue Arbeitsplätze entstehen. Außerdem gilt der Grundsatz, dass sich Handel und Industrie getrennt ansiedeln. "Ich bin froh, dass der Gemeinderat hier mit einer Stimme spricht."

Das alte Industrie- und Gewerbegebiet ist vor wenigen Jahren um 22 Hektar erweitert worden, davon sind 18 Hektar bebaubare Fläche. "Eine nochmalige Erweiterung ist nicht geplant", sagt Bernreuther. "Wir können nicht unendlich ansiedeln." Bald gebe es in Thurnau 1000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Mit Himmelkron sei Thurnau im Grunde nicht vergleichbar. Mit der A9 sei Himmelkron ein Verkehrsknotenpunkt, an dem dreimal mehr Verkehr vorbeifließe als an Thurnau, wo mit 20.000 Fahrzeugen täglich hauptsächlich Pendler vorbeifahren würden. Ob Himmelkron, Thurnau oder Neudrossenfeld - "das wichtigste ist doch, dass die Unternehmen in der Region und in Oberfranken bleiben", sagt Bernreuther.

In Himmelkron wird am 26. Mai in einem Bürgerentscheid geklärt, ob das neue Gewerbegebiet kommt – oder nicht.

Der Niederlassungsleiter von Emons in Himmelkron wollte sich trotz mehrfacher Nachfrage nicht zu dem Logistikprojekt äußern.

 

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