Zum Vergleich: In der Stadt Bayreuth sind 21 von 100 Menschen älter als 65 Jahre alt, im Landkreis sind es 20. Im Landkreis Bamberg sind es dagegen nur 17 von 100.
Auch ein Oberpfälzer und zwei unterfränkische Landkreise und kreisfreie Städte sind gelistet.
Minderjährige
Das verdeutlicht die unterschiedliche demografische Entwicklung im Freistaat. Die Bevölkerung im Süden Bayerns ist statistisch gesehen jünger. 17,4 Prozent Menschen unter 18 Jahren leben in Niederbayern, 17,1 Prozent in Oberbayern. In Oberfranken sind es nur 16,2 Prozent Minderjährige.
Miosga hat auch hierfür eine Erklärung: Dies sind die Vorboten des demografischen Wandels. „Oberbayern ist ein Wachstumsraum. Man könnte sogar von Metropolregion München sprechen. Das ist nun mal ein interessanter Arbeitsmarkt." Viele ziehe es deshalb auch von Oberfranken nach München. Diese „Bildungswanderer", wie sie Miosga nennt, seien mit der Grund dafür, dass es in Oberfranken immer weniger junge, dafür aber mehr alte Menschen gebe.
Wohnungsleerstand
Unterschiedlich ist die Entwicklung beim Wohnungsleerstand. Den niedrigsten Wert ermittelten die Statistiker mit 2,9 Prozent für Oberbayern, den höchsten mit 5,4 Prozent für Oberfranken.
Weil es in Oberfranken immer weniger Menschen gibt, gerät auch der Immobilienmarkt ins Wackeln, sagt Miosga. „Ein Angebotsüberhang entsteht." Die Situation werde sich in Ostoberfranken sogar noch weiter verschärfen, ist sich der Experte sicher. „Dafür wird ein gutes Wohnungsbaumanagement nötig sein." In Selb beispielsweise sei bereits ein leerstehendes Haus abgerissen worden, um den Wohnraum zu reduzieren.
Erhebliche Unterschiede bei den Leerständen gibt es aber unter den oberfränkischen Städten. Stehen in Bayreuth rund 4 von 100 Wohnungen leer (3,9 Prozent), sind es in Hof doppelt so viele (8,2 Prozent). „Hof hat seit Jahren eine schrumpfende Bevölkerungszahl", sagt Miosga. Daher brauche die Stadt auch weniger Wohnungen. In Bamberg und Bayreuth hingegen stagnierte die Bevölkerungszahl oder nahm sogar leicht zu.
Religion
In Bayern gibt es immer weniger Gläubige. Zumindest was die beiden großen Kirchen betrifft. 2011 gehörten nur noch drei Viertel der Bayern der katholischen oder der evangelischen Kirche an. Bei der Volkszählung 1987 waren es noch über 91 Prozent. Auch in Oberfranken schrumpft die Zahl der Kirchenmitglieder: um elf Prozent seit 1987. Rund 16 Prozent Zulauf erfuhren sonstige Religionsgemeinschaften beziehungsweise Konfessionslose.
Interessant sind die Zahlen für Bayreuth. Während die römisch-katholische Kirche in der Stadt seit 25 Jahren nur ein Prozent Mitglieder verloren hat, sind es dagegen 13 Prozent weniger evangelische Bürger. Dafür hat sich die Zahl derer, die sonstigen oder keiner Religionsgesellschaft angehören seit 1987 verdreifacht auf 21 Prozent. Im Landkreis Bayreuth hat sich diese Zahl von 3 auf 12,7 Prozent sogar mehr als vervierfacht.