Mit etwas Verzögerung werden die Ausgangsbeschränkungen ihre Wirkung zeigen. Momentan steigen die Infektionszahlen im Landkreis Bayreuth aber noch. Der Bedarf an Corona-Tests ist groß. Zwei neue Test-Einrichtungen sollen Abhilfe schaffen. Klaus von Stetten, Leiter des Gesundheitsamtes, rechnet für mindestens zwei bis drei Wochen mit ansteigenden Zahlen.

Die Teststation in Bayreuth wird im Sportzentrum neben der Oberfrankenhalle eingerichtet. Von Montag bis Freitag testen Ärzte der KVB Patienten zwischen 13 und 16 Uhr. In Pegnitz geht es erst Mitte der kommenden Woche los. Der Standort ist an der Hotelfachschule.

„Das sind keine Teststationen, die frei angefahren werden können, weil jemand denkt, er könnte sich einmal testen lassen. Sonst gehen die, die wirklich getestet werden müssen, unter.“

Ärzte entscheiden, wer kommen soll

Wer zum Abstrich kommen soll, entscheiden die Vertragsärzte der KVB. Das heißt, die Haus- und Fachärzte informieren ihre Patienten und bestellen sie hin, wenn der Verdacht auf eine Infektion besteht.

Das Gesundheitsamt ist bei der Durchführung der Tests außen vor und mit anderen Aufgaben ausgelastet. „Wir haben die Laborkapazitäten organisiert, das Personal wird von Stadt und Landkreis gestellt“, sagt von Stetten. Die Errichtung der Teststationen sei eine Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis Bayreuth mit dem Roten Kreuz, der KVB und den Vertragsärzten.

Zum Abstrich gebeten wird nur, wer direkten Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte und Krankheitssymptome hat. Und Mitarbeiter aus den sogenannten sensiblen Bereichen - also medizinisches Personal und Pfleger.

Für den Fall, dass jemand etwa aus Altersgründen nicht selbst zur Teststation nach Bayreuth oder Pegnitz kommen kann, werden weiterhin Ärzte der KVB im Landkreis unterwegs sein und die Patienten zu Hause testen.

Drei Labore beteiligt

Um die Tests auszuwerten, sind drei Labore beteiligt. „Zwei vor Ort, eines von außerhalb. Eventuell kommt ein viertes Labor hinzu“, sagt von Stetten. Wie viele Tests die Labore auswerten, hängt von deren Größe ab.

In der Regel seien die Ergebnisse nach vier bis sechs Tagen da. Weil aber auch die Labore ihre Kapazitäten ausbauen, sei zu erwarten, dass die Testergebnisse in Zukunft schon früher vorliegen.

An das Gesundheitsamt werden nur noch positive Ergebnisse übermittelt. Wie lange es also dauert, bis Patienten, die nicht infiziert sind, Entwarnung bekommen, könne von Stetten nicht genau sagen. Die negativen Testergebnisse bekommen die behandelnden Ärzte, die dann ihr Patienten informieren.

Der Bedarf ist in Stadt und Landkreis noch immer hoch. Das Kontaktverbot sei eine gute Maßnahme, doch: „Aus der Zeit vorher tauchen nun immer mehr Menschen auf, die jetzt Symptome haben“, sagt von Stetten.

Die Entwicklung der Pandemie in Stadt und Landkreis sei im Vergleich zu anderen Landkreisen aber im Rahmen - der Verlauf der Kurve sei moderat. „Wir können nicht verhindern, dass Bürger erkranken und eventuell auch sterben, aber das Abflachen der Kurve ist gut gelungen“, sagt von Stetten.