Die aktuelle Geschäftslage werde von vielen der befragten Unternehmen gut oder befriedigend eingestuft und verbessere sich im Vergleich zur Herbstumfrage sogar leicht. Die Einschätzung der künftigen Entwicklung bleibe insgesamt vorsichtig, sei in den einzelnen Branchen aber unterschiedlich ausgeprägt.

Der IHK-Konjunkturklimaindex klettert unter diesen Voraussetzungen um einen Zähler nach oben und liegt nun bei 114 Punkten. "Der starke Mittelstand sorgt in Oberfranken für Stabilität. Angesichts der großen Herausforderungen erwartet die Wirtschaft von der Politik aber Wachstumsimpulse und Rückenwind", so Sonja Weigand, Präsidentin der IHK für Oberfranken Bayreuth.

Die oberfränkische Wirtschaft erweise sich zum Jahresbeginn erneut als äußerst robust und starte selbstbewusst in das neue Jahr, heißt es weiter. 46 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer bewerten ihre aktuelle Geschäftslage demnach positiv, weitere 42 Prozent stufen sie als befriedigend ein. Von einer aktuell schlechten Lage berichten nur zwölf Prozent der befragten Betriebe.

"Die Geschäftslage unserer Unternehmen hat sich im Vergleich zur Herbstumfrage leicht verbessert und bewegt sich unverändert auf hohem Niveau", erläutert IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner. Großen Anteil daran habe das Baugewerbe, der Dienstleistungssektor und der Tourismus, die alle überdurchschnittlich gute Werte aufwiesen. Auch aus dem Einzelhandel kämen vor allem positive Rückmeldungen, wohl auch dank eines guten Weihnachtsgeschäftes.

Zurückhaltender äußern sich das Verarbeitende Gewerbe – mit der stark unter Druck geratenen Kfz-Zulieferindustrie - und der Großhandel zu ihrer aktuellen Geschäftslage, verzeichnen aber unter dem Strich noch einen positiven Saldo, so die Kammer.

Ein Risiko für den Betrieb

Die insgesamt gute Lageeinschätzung dürfe jedoch nicht über die Herausforderungen hinwegtäuschen, mit denen sich die oberfränkischen Unternehmen konfrontiert sähen. Rund die Hälfte der oberfränkischen Wirtschaft sehe im wirtschaftlichen Umfeld aktuell ein Risiko für den eigenen Betrieb.

"Unsere Unternehmen brauchen wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und Verlässlichkeit. Bestehende finanzielle Spielräume müssen genutzt werden, um die Wirtschaft zu unterstützen. Vor allem brauchen wir eine Steuerreform, die spürbare Entlastungen für unsere Unternehmen bringt und einen echten Abbau der Bürokratie, die gerade kleinere Unternehmen extrem belastet", so die IHK-Präsidentin. Zudem dürfe die Politik die brennenden Fragen rund um die Leitindustrie Fahrzeugbau und die Energiepreise nicht aus den Augen verlieren. "Wirtschaft braucht von der Politik Planungssicherheit und Verlässlichkeit", so Weigand.

Konjunktur im Jahr 2020: mehr seitwärts als vor oder zurück

Im aktuellen Umfeld einer schwachen Inlandsnachfrage, ungelösten Handelskonflikten sowie steigenden Belastungen für die Unternehmen sei eine verlässliche Aussage über die künftige Entwicklung schwer zu treffen und variiere von Branche zu Branche. "Unter dem Strich erwartet die oberfränkische Wirtschaft im Jahr 2020 keinen neuen Auf- oder einen weiteren Abschwung sondern eher eine konjunkturelle Seitwärtsbewegung", so Hohenner. Knapp jedes fünfte Unternehmen hoffe auf eine bessere Geschäftslage, eine Verschlechterung befürchteten 23 Prozent. 58 Prozent und damit der Großteil der befragten Firmen erwarte keine signifikante Veränderung der aktuellen Situation.

Angesichts der Nachrichten und Prognosen der Forschungsinstitute erweise sich die oberfränkische Wirtschaft durchaus als robust. Besonders optimistisch blicke der Dienstleistungssektor in die Zukunft. Pessimistischer gestimmt seien, wohl vor allem auch aus saisonalen Gründen, das Baugewerbe, der Einzelhandel und der Tourismus.

Die anhaltende Verunsicherung über die Entwicklung der Auslandsmärkte und wichtiger Industriezweige, wie der Automobilwirtschaft mit ihren regionalen Zulieferbetrieben, veranlasse die oberfränkische Wirtschaft zu vorsichtigen Planungen. So etwa bei den Investitionsplanungen: 20 Prozent der befragten Firmen planen der Kammer zufolge mit steigenden Inlandsinvestitionen, 16 Prozent wollen weniger investieren. Eine im Saldo rückläufige Investitionsneigung vermelden die Industrieunternehmen. Überdurchschnittliche Zuwächse bei den Investitionen könnten hingegen vom Dienstleistungssektor und dem Tourismus erwartet werden.

Ähnlich die Erwartungen zu den Beschäftigtenplanungen: 2020 werde es nach Einschätzung der befragten Unternehmen zu keinen signifikanten Veränderungen der Beschäftigtenzahl im Kammerbezirk kommen. 14 Prozent planen mit einem Beschäftigtenzuwachs, 16 Prozent hingegen mit einem Rückgang.