Die Gastgeberinnen, die ohne Julia Dörfler und Hanna Duchon auskommen mussten, wollten Revanche nehmen für die unnötige Hinspielniederlage und starteten dementsprechend motiviert. Nach gut drei Minuten führte Haspo mit 4:2 und machte klar, dass die beiden Punkte unbedingt eingefahren werden sollten.

Doch nun schien das Pulver schon verschossen, denn das 5:4 (5.) sollte die letzte Führung im Spiel sein. Stattdessen übernahmen die Schwaben das Kommando und drehten die Partie. Über 6:5 und 10:6 bauten sie die Führung bis auf 15:9 aus. Auf Haspo-Seite fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft und der nötige Druck in die Tiefe. Haunstetten hingegen nutzte konsequent Bayreuther Fehler aus und lag bei Halbzeit verdient 16:11 vorne.

Eine Bayreuther Aufholjagd blieb im zweiten Durchgang erst einmal aus. Vielmehr wuchs der Rückstand sogar noch weiter an, beim 14:20 (42.) sprach nur wenig für ein Haspo-Erfolgserlebnis. Die größten Probleme bereitete der Haspo-Defensive die drittligaerfahrene Sabrina Smotzek, die am Ende auf zehn Treffer kam. Eine Zweiminutenstrafe für die beste Torschützin der Partie war es dann, die das Startsignal für die Aufholjagd der Oberfranken gab. Angetrieben von ihrer angeschlagenen Kapitänin Kim Koppold, die mit sieben Toren einmal mehr beste Haspo-Werferin war, zeigte das Prediger-Team nun seine beste Phase und schaffte beim 19:20 den Anschluss. Wenige Augenblicke später war die Partie sogar wieder ausgeglichen (21:21/49.).

In den letzten gut zehn Minuten wurden Haspo dann Zeitstrafen zum Verhängnis. Neben Koppold (51.) erhielt auch Trainer Udo Prediger (53.) wenig später wegen zu lautstarker Proteste eine Zweiminutenstrafe. „Am meisten ärgert mich meine eigene Zeitstrafe. Das darf nicht passieren“, zeigte sich der Coach nach der Partie selbstkritisch. Haunstetten nutzte die Überzahlsituation und stellte auf 25:22 (56.). Zugute halten muss man den Gastgeberinnen, dass sie bis zur letzten Sekunde alles versuchten, um die Niederlage abzuwenden. Allerdings blieben die Bemühungen vergebens, der Anschluss kurz vor der Schlusssirene kam zu spät, und die Schwäbinnen durften einen nicht unverdienten 26:25-Auswärtssieg feiern. ⋌ds

Haspo Bayreuth: Bauer, Benz, Goetjes – Brahm (5), Lenhardt, Kutzschmar (2), Kerling (5/1), Hall (3), Ruckriegel, Lindner, Eckert (3), Koppold (7/4), Siebert, Wülfert.