Gruppensieg sicher Medi steigert sich zum 91:77 in Lissabon

Je mehr das Tempo zunahm, umso besser kam nicht zuletzt Lukas Meisner (rechts, im Duell gegen Arnette Hallman) zur Geltung. Mit zwölf Punkten in der zweiten Halbzeit wurde er sogar zum Topscorer der Partie. Foto: Peter Mularczyk

BASKETBALL. Medi Bayreuth hat die Chance genutzt, bereits am vorletzten Spieltag in der zweiten Gruppenphase des Fiba-Europe-Cups den Gruppensieg unter Dach und Fach zu bringen. Nach dem Sieg am späten Mittwochabend beim zuvor punktgleichen Rivalen Benfica Lissabon mit 91:77 (34:50) kann der einzige deutsche Vertreter in diesem Wettbewerb nicht mehr vom ersten Platz in der Gruppe I verdrängt werden.

 

Im abschließenden Heimspiel am kommenden Dienstag gegen das sieglose Schlusslicht Spirou Charleroi können die Bayreuther nun ohne jeden Erfolgsdruck antreten. Danach werden sie dann im Viertelfinale, das ebenso wie Halbfinale und Finale in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird (voraussichtlich am 4. und 11. März), auf den Tabellenzweiten der Gruppe J treffen. Dort sind noch alle Entscheidungen offen, denn bei entsprechenden Ergebnissen am letzten Spieltag ist Punktgleichheit aller vier Mannschaften möglich.

Der Sieg in Lissabon war der Lohn für eine enorme Steigerung in der zweiten Halbzeit. Nach den ersten 20 Minuten hatte nämlich noch so gut wie nichts darauf hingedeutet. Die 0:11-Serie zum 16:20-Rückstand (10.) war zwar noch kein großes Problem gewesen, denn beim 30:29 (13.) lagen die Bayreuther schon wieder vorn, aber dann gelang ihnen im Rest des zweiten Viertels offensiv wie defensiv kaum noch etwas. Fast genau fünf Minuten lang blieb das Medi-Team ohne Punkt und dann folgten auch nur noch magere vier Zähler. Benfica erzielte 15 Punkte in Folge zum 44:30 (38.) und hatte kurz vor der Pause beim 50:32 sogar den gesamten Rückstand im Direktvergleich aus dem Hinspiel (78:96) aufgeholt.

DUNK.FM - Alle medi Bayreuth Basketball Spiele live im Audiostream

Wende mit 27:9 im dritten Viertel 

Nach dem Seitenwechsel schlug das Medi-Team jedoch sofort in derselben Weise zurück, und zwar sogar noch schneller. Nach nur 3:15 Minuten waren 14:0 Punkte zum 48:50 gelungen, und nach genau fünf Minuten glich James Woodard zum 50:50 aus. Die erste Führung ließ zwar noch ein wenig auf sich warten, doch in der letzten Sekunde des dritten Viertels traf Bryce Alford per Dreier zum 61:59. Unterm Strich endete der dritte Abschnitt also mit 27:9 für Bayreuth.

Grundlage dafür war die weitaus bessere Leistung des Medi-Teams in der Verteidigung und als Folge davon das wesentlich höhere Tempo im Angriff. Nachdem in der ersten Halbzeit die Ballbewegung gegen die bewegliche und eifrige Benfica-Defensive oft gestockt hatte, wurden nun zunehmend sicher und locker gute Chancen auf allen Positionen herausgespielt. So wurde der 7:0-Lauf am Ende des dritten Viertels zu Beginn des vierten mit 12:2 Punkten zum 73:61 (34.) fortgesetzt. Beim 82:67 (36.) war die Partie dann schon entschieden, aber der höchste Abstand war erst beim 87:70 (39.) erreicht.

Lukas Meisner Topscorer mit 17 Punkten

Bei dem höheren Tempo kam nicht zuletzt Lukas Meisner besser zur Geltung, der nach fünf Punkten in der ersten Halbzeit mit zwölf Zählern in der zweiten sogar zum Topscorer des Spiels avancierte. In der Bayreuther Korbschützenliste folgten Bastian Doreth (16), James Woodard (15), Bryce Alford (14), Evan Bruinsma (8), Andreas Seiferth (7), Reid Travis (6), Nate Linhart und James Robinson (je 4). Die meisten Punkte für Benfica Lissabon erzielten Anthony Ireland (13), Arnette Hallman (12), Rafael Lisboa und Damian Hollis (je 10). Der ehemalige Bayreuther Center Gary McGhee (sechs Punkte, sechs Rebounds) hatte nur phasenweise gute Szenen.