Großes Center-Talent Medi Bayreuth holt A2-Nationalspieler Moritz Sanders

Blick nach oben: Moritz Sanders will sich in Bayreuth auf Bundesliga-Niveau beweisen. Foto: /Daniel Marr/Imago Images

Im Nachwuchsbereich war Moritz Sanders bereits sehr erfolgreich. Jetzt will sich der Neuzugang von Medi Bayreuth in der Bundesliga beweisen.

Basketball - Nein, der jüngste Neuzugang von Medi Bayreuth ist kein US-Amerikaner, wie man es auf den ersten Blick anhand des Namens vielleicht vermuten könnte. Mo Sanders heißt nämlich Moritz und kommt aus dem beschaulichen Rotthalmünster, einem Markt im niederbayerischen Landkreis Passau. Dass er sich trotzdem in den Fokus des Bundesligisten gespielt hat, liegt an den Leistungen des 23-Jährigen in der ProA, in der er als Youngster des Jahres 2020 ausgezeichnet wurde.

Sanders gilt sogar als eines der größten deutschen Center-Talente und hat einen Zweijahresvertrag unterzeichnet. Zudem wird er in der kommenden Saison auch der größte Spieler im Medi-Team sein. Denn Raoul Korners fünfter Neuzugang übertrifft mit 2,10 Metern seinen künftigen Center-Kollegen Andreas Seiferth um einen Zentimeter. Die vergangenen fünf Jahre stand der aktuelle A2-Nationalspieler im Kader der Nürnberg Falcons und will sich nun in Bayreuth auf Bundesliga-Niveau beweisen. „Ich freue mich sehr, einer der Heroes of Tomorrow zu sein“, wird Sanders in der Vereinsmitteilung zitiert.

Hohe Ziele

Demnach freue er sich riesig auf die neue Challenge. „Basti (Doreth, Anm. d. Red.) kenne ich ja schon ganz gut und habe viel Gutes gehört. Auch das Gespräch mit Coach Korner war super. Ich war schon einige Male in Bayreuth in der Halle, und die Stimmung war immer super!“ Er denke, „dass wir eine sehr starke Mannschaft beisammen haben, mit der wir angreifen wollen, und dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Ich hoffe, dass wir mit den Zuschauern im Rücken eine erfolgreiche Saison spielen und unsere Fans begeistern!“

Trainer Raoul Korner erklärt die Verpflichtung eines weiteren Centers neben Seiferth und Martynas Sajus einerseits damit, „um die Qualität im Training zu erhöhen, andererseits um über noch mehr Tiefe Inside zu verfügen. Mo hat den Ehrgeiz und das Talent, sich in der BBL durchzusetzen. Er verfügt über eine gute Größe, kann den Ball werfen und versteht das Spiel. Ich freue mich, ihn in unserem Programm zu haben.“

Über Nordrhein-Westfalen nach Franken

Das Basketballspielen erlernte Sanders im nordrhein-westfälischen Dorsten, wo er bei der BG seine ersten Dribbelversuche unternahm. Bereits mit 13 Jahren spielte er in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL, U 16) für die Metropol Baskets Ruhr. In der Saison 2012/13 wechselte er zu Phoenix Hagen, im Sommer 2013 dann weiter nach Oberfranken, wo er mit dem JBBL-Team des TSV Breitengüßbach in seinem ersten Jahr deutscher Vizemeister wurde.

Altersbedingt stieg er ins NBBL-Team der Bamberger Vorstädter auf und spielte parallel dazu in der Regionalliga-Mannschaft des TSV. In der Folgesaison stand Sanders gleich für drei Teams auf dem Parkett, die Regnitztal Baskets (2. Regionalliga), Breitengüßbach (NBBL) sowie die Baunach Young Pikes (ProA). Vor der Saison 2016/17 wechselte er dann nach Nürnberg und entwickelte sich schnell zum Leistungsträger bei den Falcons, mit denen er 2018/19 mit der Vizemeisterschaft und dem damit verbundenen sportlichen Aufstieg in die BBL den größten Erfolg feiern durfte.

Zwar wurde den Falcons die Bundesliga-Lizenz verweigert, Sanders legte im Jahr darauf jedoch nochmals zu und brachte es in 27 Spielen bei einer durchschnittlichen Einsatzzeit von fast 26 Minuten mit 9,6 Punkten und 3,7 Rebounds auf seine statistisch beste Saison im Nürnberger Trikot. Insgesamt bestritt er 123 Spiele für die Falcons (22:45 / 8,3 / 3,4).

EM-Bronze mit der U20-Nationalmannschaft

Im Trikot der deutschen Nationalmannschaft ist Sanders seit 2014 unterwegs. Über die U 16 sowie U 18, mit der er im April 2016 das renommierte Albert-Schweitzer-Turnier gewann, und U 19 (Platz fünf bei der WM 2017) folgte 2018 die Berufung in die U 20-Nationalmannschaft. Mit dieser sorgte er bei der Heim-EM in Chemnitz für den größten Erfolg eines männlichen Nachwuchsteams seit 35 Jahren, indem das Team von Trainer Alan Ibrahimagic mit einem 80:71-Sieg gegen Frankreich die Bronzemedaille holte.

 

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