Das wird zwar dem Verlauf der zweistündigen Debütsendung von „Gottschalk und Zöller“ nicht ganz gerecht. Aber man kann verstehen, dass der 69-jährige Altprofi sich selbst ein wenig Mut zusprechen musste. Die paar Musikstücke, die er mitgebracht hatte, „I’m a Wild West Hero“ des Electric Light Orchestra, beispielsweise, wirkten verloren in einem vom üblichen SWR-3-Nachmittagssound bestimmten Programm.
Jungmoderator Zöller lobte solche Oldies als okay, aber „leicht angestaubt“. Und ein Hörer bestätigte gegen Ende die schlimmsten Befürchtungen des Radio-Veteranen: Gottschalks Sprüche seien gut, aber dessen Musik nicht auszuhalten, da höre er lieber Katzen beim Streiten zu. Fast rührend war Gottschalks Überraschung, dass ihn im Studio nicht nur Mikrofone erwarteten, sondern Webcams. Wer deren Stream im Netz verfolgte, konnte den Widersinn genießen, dass Gottschalk seinen Spaß an Mode betonte und über Männer im Schlabber-T-Shirt lästerte, selbst aber in T-Shirt und in Cargo-Hose mit Tarnmuster im Studio stand wie der Altroadie einer Drei-Akkorde-Band. Am schönsten waren die Momente der Selbstironie. Zöller beklagte, er sei Gottschalks Vorzimmerdame geworden; Leute versuchten, über ihn an den früheren „Wetten, dass ...?“-Moderator heranzukommen. Gottschalk dagegen legte eine besondere Beziehung zur englischen Königin offen: „Seit dem Tod von Fidel Castro ist sie als Einzige länger im Amt als ich.“
Trotzdem: Nur flockig plaudern und einander entlang des Zauns „Du bist zu jung – nein, Du zu alt“ ein wenig zu frotzeln, das unterfordert diese beiden Moderatoren.


Info: Termin: „Gottschalk und Zöller“ läuft jeweils montags ab 13 Uhr auf SWR 3