Giftige Raupen Städte bereiten sich auf Spinner vor

PEGNITZ. Der Eichenprozessionsspinner schadet nicht nur den Bäumen, die er befällt, sondern auch den Menschen in deren Nähe. Die Städte Pegnitz und Auerbach wollen nun gegen den Schädling vorgehen.

Den Schaden haben nicht nur die direkten Anwohner befallener Gebiete, sondern unter Umständen auch Menschen, die mehrere Kilometer entfernt wohnen. Die giftigen Haare des Tieres sind empfindlich und brechen im Wind leicht ab. Wenn der Wind ungünstig steht, werden die Haare kilometerweit getragen. Bei Kontakt mit der Haut hängen sich die Widerhaken fest. Das Gift in den Haaren sorgt für schwere Entzündungen.

Bei Befall Sperrung

Eines der Probleme mit der Raupe ist ihre Unvorhersehbarkeit, wie der Pegnitzer Bürgermeister Uwe Raab sagt: „Leider ist es nicht möglich, sich auf einen konkreten Befall vorzubereiten, da man in der Regel nicht weiß, wo die Niststätte gewählt wird.“

Es gibt allerdings ein paar Regeln, an die man sich grundsätzlich zu halten habe. Bei Befall belebter Plätze wie Schulhöfen oder Spielplätzen, „werden diese abgesperrt, mit Hinweisschildern versehen und die Bekämpfung durch eine Fachfirma in die Wege geleitet.“.

"Erheblich gesundheitsgefährdend"

In der Regel entscheiden sich die Fachleute für das Absaugen der Gespinste und gegen den Einsatz von Giften. Hier seien, so Raab, Natur- und Wasserschutz zu berücksichtigen.

Auch deshalb wird Privatpersonen davon abgeraten, das Tier selbst zu bekämpfen. „Die Arbeiten und die Auswirkungen der Behaarung der Tiere sind erheblich gesundheitsgefährdend“, warnt Uwe Raab.

Bekämpfung wird Experten überlassen

An weniger belebten Orten will die Stadt zumindest vorhandene Sitzgelegenheiten entfernen und Hinweisschilder anbringen. Bekämpft werden soll der Eichenprozessionsspinner vorrangig dort, wo er eine Gefahr darstellt.

Dort, wo die Absperrung eines Gebietes möglich ist, liegt die Verantwortung meist bei den Eigentümern. Die Bekämpfung allerdings sollte nach wie vor Experten überlassen werden.

Höhere Temperaturen durch Klimawandel

Raab sieht das verstärkte Auftreten des Eichenprozessionsspinners als Folge eines globalen Trends: „In früheren Zeiten wurde die Lehrmeinung vertreten, dass er nur in klimatisch milderen Gebieten vorkomme. Offensichtlich machen sich auch im Hinblick auf die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners die durch den Klimawandel bedingten steigenden Temperaturen bemerkbar.“

Auch wenn Pegnitz in den vergangenen Jahren weitestgehend verschont geblieben sei, hat die Stadt Maßnahmen ergriffen, wie Uwe Raab erzählt: „Einer unserer Mitarbeiter war extra auf einer Schulung, um unseren Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner zu professionalisieren.“

Dem Spinner zuvorkommen

In Auerbach sieht man dem baldigen Schlüpfen der Raupen mit einer gewissen Unsicherheit entgegen, wie Matthias Regn vom dortigen Bauhof sagt: „Wir hoffen, dass wir uns rechtzeitig vorbereitet haben.“

Die Auerbacher haben versucht, dem Spinner zuvorzukommen. „Wir wollen ihn jetzt bekämpfen. Dafür haben wir uns eine Fachfirma geholt, die ein Mittel auf die Bäume sprüht mit dem die Eier jetzt schon zerstört werden sollen. Hoffentlich erwischen wir ihn.“

Frost könnte helfen

Ein Problem ist laut Regn, dass die Raupen „in fast jeder Ecke zu finden“ sind. „Wir können natürlich nicht überall sein, also konzentrieren wir uns auf Orte, an denen oft Menschen sind wie Fußgängerbereiche oder Spielplätze.“

Wie heftig der Befall in diesem Jahr wird, das sei nicht abzusehen. „Wir haben ihn so deutlich hier erst seit zwei Jahren. Wir hoffen eben, dass das Spritzen hilft, ansonsten müssen unsere Leute ihn absaugen. Dafür haben sie extra eine Schulung bekommen.“

Vielleicht wird aber auch gar nicht nötig: „Wenn der Frost nachts stark genug ist, dann könnte es sein, dass der Eichenprozessionsspinner das nicht übersteht“, so der Bauhofleiter.

 

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