Gala in Schirnding Triumphaler Sieg über die Corona-Tristesse

Konrad Rosner
Neu formiert, aber von Nervosität keine Spur: die Jugendgarde beim Gardetanz. Foto: /Konrad Rosner

Sensationell: Bei der Faschingsgesellschaft Rot-Weiß tanzen sechs Tanzmariechen auf einer Bühne. Rund 120 Mitwirkende bescheren ihrem Publikum einen tollen Abend.

Das kann wohl nur die Faschingsgesellschaft (FaGe) Rot-Weiß Schirnding: Gleich sechs Tanzmariechen gleichzeitig auf einer Bühne – einfach sensationell! Sie präsentierten einen schmissigen Showtanz mit vielen Sprüngen und Spagaten – das war hammermäßig. Rund 120 Mitwirkende, ausschließlich Eigengewächse, gestalteten einen rund vierstündigen Galaabend der Extraklasse in der Schirndinger Gemeindehalle.

Den Galaabend in der allerdings nicht ganz ausverkauften Gemeindehalle eröffnete ein „Intro“ aller Tanzgruppen, die sich auf der Tanzbühne versammelten. Schon dabei wurde die geballte Tanzpower der FaGe Rot-Weiß deutlich. Anschließend folgte der imposante Einzug des Elferrats mit Präsident Manfred Sieder an der Spitze, gefolgt vom Prinzenpaar Sarah II. und Sebastian I. Manfred Sieder, der durch das Programm führte, war auf der Bühne ganz in seinem Element: „Die FaGe Rot-Weiß Schirnding ist wieder da, Hurra!“ In Reimform hieß dann das Prinzenpaar die Besucher willkommen, ehe ein stimmgewaltiges „Schirnding Helau!“ folgte.

Keinerlei Nachwuchssorgen

Im Anschluss daran zeigten die 21 (!) jungen Damen und ein Tänzer der Prinzengarde – der ganze Stolz der FaGe – einen fulminanten Gardetanz auf der fast schon zu kleinen Bühne. Mit ihren neuen Kostümen, allesamt genäht von Monika Sieder, und ihrem Tanz verzauberten sie das Publikum.

Dass die Schirndinger keinerlei Nachwuchssorgen haben, verdeutlichte der Auftritt der Minigarde. Die elf Mädels sind die Zukunft des Vereins, in einigen Jahren werden wohl auch sie in der Prinzengarde tanzen.

Anders als in vielen Faschingsgesellschaften kommt bei Rot-Weiß auch die Bütt nicht zu kurz. Patrick Fenkl bot in seiner Büttenrede mit viel hintersinnigem Humor Feingeist pur: Als seine Frau zu ihm nach einem Streit sagte, „fahr doch in die Hölle“, sei er für ein schönes Wochenende in die Oberpfalz gefahren ... Das kam an beim Publikum. Anrüchig fast war seine Aussage, „da bist ganz schön in die Scheiße kumma, aber auch aus Hoberg bin ich wieder raus kumma“. Scharfsinnig war auch seine Frage ans Publikum: „Wie hieß die Schwiegermutter vom Adam?“ Seine Antwort: „Er hatte keine, denn Adam und Eva lebten im Paradies!“

Spektakulär und satirisch

Toll in Szene setzte sich anschließend die zwölfköpfige Jugendgarde, die einen schmissigen Gardetanz aufs Parkett legte. Die Besonderheit, oder auch die Stärke der Basisarbeit bei Rot-Weiß: Nur zwei dieser Mädels tanzten zuvor schon einmal in einer Gardegruppe. Die Jugendgarde war in den vergangenen Monaten vollkommen neu formiert worden, doch von Anspannung oder Nervosität merkte man nicht das Geringste. Spektakulär satirisch geriet dann der Auftritt zum Lied „Drei weiße Tauben mussten dran glauben“ - eine tolle, gelungene Parodie.

Im weiteren Verkauf des kurzweiligen Abends folgten die Juniorengarde mit ihrem Garde- und dem Schautanz, das Damen- und das Männerballett, aber auch so mancher Sketch. Mit dem Schautanz der Prinzengarde und einem abschließenden furiosen Finale endete ein toller Galaabend, der nach der langen Corona-Pause aber auch dringend notwendig war. Die fünfte Jahreszeit hat die Corona-Tristesse besiegt!

Natürlich gab es an diesem Abend auch Ehrungen, und es wurden viele Orden verliehen – wie es sich eben für einen Galaabend gehört.

 

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