Fehlender Platz Zehn Kinder können nicht in Unterschreezer Kindergarten

Foto: Julian Stratenschulte, dpa

HAAG. Der evangelische Kindergarten in Unternschreez platzt aus allen Nähten. Nun wollte die Gemeinde Haag einen Container zur Unterbringung von zehn Krippen- und fünf Kindergartenkindern aufstellen, doch das kann bis Jahresende dauern. Die Konsequenz: Zehn Kinder bleiben draußen.

Der Gemeinderat hatte eine außerordentliche Sitzung einberufen, um den Bauantrag für den 8,50 auf 17,20 Meter großen Container zu befürworten, der zwei Jahre lang neben dem Kindergarten stehen soll. Bürgermeister Robert Pensel erklärte, der Container habe eine Lieferzeit von zehn bis zwölf Wochen. Beim Bauantrag fehlten noch zwei Unterschriften: Eine Nachbarin aus Bad Kissingen sei nicht erreichbar; ein Nachbar habe die Unterschrift verweigert. Zwischenzeitlich sei er im Landratsamt gewesen und habe den Bauantrag anschauen lassen.

Die Eltern verstehen die Situation

Pensel erklärte auf Anfrage, das Landratsamt habe mündlich signalisiert, dass es keine Einwände gebe. Der Gemeinderat habe von der Kindergartenleitung erstmals im Mai von der Überbelegung erfahren und habe „immer zeitnah entschieden“. Er ging davon aus, dass der Container, der nun bestellt wird, Anfang November bezogen werden kann. Und er hoffte, dass der Bauplan bis zur nächsten Gemeinderatssitzung im Oktober genehmigt wird. Verzögerungen bei der Gemeinde habe es „definitiv nicht gegeben“. Die Containermiete für zwei Jahre beträgt 60 200 Euro – minus Zuschuss. Kindergartenleiterin Ramona Prodöhl sagte auf Anfrage, die Einrichtung sei derzeit überbelegt. Man habe fünf Kinder, deren Eltern arbeiten müssten, provisorisch aufgenommen. Zehn Kinder müssten mit der Aufnahme warten, bis der Container steht. „Die Eltern sind kooperativ und verstehen unsere Situation“, erläuterte Prodöhl. Erste Hinweise auf eine Überbelegung habe sie bereits im März oder April an die Gemeinde gegeben. Angesichts der aktuellen Situation habe sie „Herz- und Bauchschmerzen“.

Das Landratsamt teilte auf Anfrage mit, das Fehlen von Nachbarunterschriften habe zur Folge, dass das genehmigte Bauvorhaben grundsätzlich binnen Monatsfrist durch den Nachbarn beklagt werden könne. Eine bevorzugte Bearbeitung einzelner Bauanträge sei nach dem verfassungsrechtlich verbrieften Gleichbehandlungsgrundsatz „nicht vorgesehen“. Gleichwohl könne bei Bauvorhaben mit Bezug zu Belangen des Allgemeinwohls „ausnahmsweise eine noch engagiertere Prüfung“ geboten sein. Eine allgemeine Auskunft über die Bearbeitungszeit von Bauanträgen sei „nicht möglich“.

 

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